Cholesterin

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Inhaltsverzeichnis

HDL - Schutzfaktor im Blut

Das "gute" HDL schützt vor den schädlichen Auswirkungen des "bösen" LDL-Cholesterins auf die Blutgefäße und ist dadurch ein wichtiger Schutzfaktor vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Insbesondere bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) - einer Vorstufe des Herzinfarkts - haben Studien diesen Zusammenhang bewiesen. Die alleinige Messung des gesamten Cholesterins im Blut ist diesbezüglich also noch zu wenig aussagekräftig: Auf die richtige Mischung von "gut" und "böse" kommt es an.[1]

Ein Bauchumfang ab 100/90 cm bei Mann/Frau bedeutet Gefahr

Als Gradmesser dafür, wie sehr Übergewicht am niedrigen HDL schuld ist, dient am besten der eigene Bauch. Die erst kürzlich fertiggestellte Gießener Senioren-Langzeitstudie (GISELA) konnte nachweisen, dass die Höhe des HDL-Cholsterins im Blut in direktem Zusammenhang mit dem Bauchfett steht: Je dicker der Bauch, desto niedriger das HDL. Die Grenze, ab der ein "umfangreicher" Bauch zur Gesundheitsgefahr wird, liegt bei Männern bei 100 cm. Bei Frauen sollte der Bauchumfang unterhalb von 90 cm bleiben.[1]

HDL-Werte über 45 sind so wichtig wie der Blutdruck

In den letzten Jahren wurde die Bedeutung des "High-Density-Lipoproteins" für den Gefäßschutz immer offensichtlicher. Vor allem die berühmte Framingham-Herz-Studie hat einen niedrigen HDL-Wert als unabhängigen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erforscht und bekannt gemacht. Dabei wurden mehr als 10.000 Einwohner der US-amerikanischen Kleinstadt Framingham untersucht sowie deren Blutwerte und auftretende Krankheiten dokumentiert. Während des inzwischen 50-jährigen Beobachtungszeitraums wurden auf diese Weise die größten Gefahren für das Herz ermittelt, wie etwa Rauchen, Übergewicht und Bluthochdruck. Mittlerweile gilt ein Mangel an HDL als ebenso gefährlich für das Herz.[1]

HDL-Werte über 60 mg/dl bedeuten geringes KHK-Risiko

Als Grenzwert für ein hohes Risiko wird ein HDL-Spiegel von unter 25 mg/dl angesehen, aber bereits bei Werten unter 45 mg/dl steigt das KHK-Risiko an. Umgekehrt hat sich gezeigt, dass HDL-Werte über 60 mg/dl mit einer deutlichen Abnahme der Gefährdung verbunden sind. HDL wirkt schützend auf die Blutgefäße, indem es in die Gefäßwand eingelagertes Cholesterin herauslöst und abtransportiert. Cholesterinablagerungen in der Gefäßwand gelten als Vorstufe von Atherosklerose, der Arterienverkalkung. Darüber hinaus hemmt HDL die Verklumpung von Blutplättchen und beugt so der Bildung von Blutgerinnseln vor, die Herzinfarkt und Schlaganfall verursachen können.[1]

Quotient aus Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin sollte < 3 sein

Der HDL-Anteil am Gesamtcholesterin entscheidet darüber, ob eine Cholesterinerhöhung gefährlich ist, oder nicht. Deshalb sollten bei Blutuntersuchungen stets beide Werte bestimmt werden. Als Richtwert dient der Quotient aus Gesamtcholesterin und HDL-Cholesterin (Gesamt-C/HDL-C.). Idealerweise sollte dieser Quotient kleiner als drei sein, denn unterhalb dieses Wertes findet so gut wie keine Atherosklerose mehr statt. Bei ansonsten gesunden Erwachsenen gelten Werte unter fünf noch als akzeptabel. Patienten, die schon einmal einen Herzinfarkt erlebt haben oder an koronarer Herzkrankheit leiden, sollten einen Quotienten unter vier anstreben.[1]

Regelmäßig Sport mit 70% der max. Herzfrequenz hebt das HDL an

Verantwortlich für die niedrigen HDL-Werte ist vor allem eine Fehlernährung mit zu viel Fett - und dem falschen Fett. Eine ebenso wichtige Ursache ist Bewegungsmangel. HDL lässt sich durch eine Umstellung der Ernährung und regelmäßige körperliche Betätigung deutlich steigern. Grundsätzlich sollte man den Anteil tierischer Fette möglichst reduzieren, dafür einfach und mehrfach ungesättigte Fette, wie sie in Maiskeim-, Sonnenblumen-, Distel-, Raps-, Weizenkeim- und Olivenöl reichlich vorhanden sind, erhöhen. Auch Fischöle sind vergleichsweise gesünder. Seefisch sollte daher mehrmals pro Woche statt dem Schnitzel auf den Tisch kommen. Mäßiger Alkoholkonsum mit einem Glas Wein oder Bier täglich hebt den HDL-Spiegel zusätzlich etwas an. Ausdauertraining ist für "gesunde" Blutfettwerte optimal: Wer regelmäßig mit 70 Prozent der maximalen Herzfrequenz Sport ausübt, kann sein HDL in beliebige Höhen treiben.[1]

Beeinflussbare Ursachen von zu hohen LDL-Cholesterin-Werten

Zu viel gesättigte Fettsäuren im Fettsäureprofil erhöhen den Cholesterinspiegel

Gesättigte Fettsäuren werden bei einem Überangebot in den Fettspeicherzellen (Adipozyten) gelagert, führen zu Übergewicht und erhöhen den Cholesterinspiegel. Ein häufiger Verzehr erhöht das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen, maligne Entartungen, Diabetes mellitus sowie für Gallensteinbildungen. Hohe Konzentrationen gesättigter Fettsäuren im Fettsäureprofil erhöhen das kardiovaskuläre Risiko durch Anstieg des Gesamtcholesterins, Begünstigung von arteriosklerotischen Ablagerungen sowie einer Verhärtung der Zellmembranen. Gesättigte Fettsäuren kommen hauptsächlich in tierischen Nahrungsmitteln vor.[2]

Zu hohes LDL-Cholesterin durch mehr als 3000 mg/Tag Omega 3 Fettsäuren

In [3] werden Dosierungen bis 4 - 5 g / Tag als sicher angegeben. Gemäß[4] hat die Federal Drug Administration eine Empfehlung herausgegeben, eine tägliche Menge von drei Gramm nicht zu überschreiten, um Nebenwirkungen ausschließen zu können. Diese Dosierung wurde anschließend auch von der American Heart Association bestätigt und als sicher eingestuft. Nachgeschmack, Durchfall, Übelkeit und Nasenbluten In [4] werden folgende Nebenwirkungen diskuiert, welche jedoch möglicherweise auch anderen Inhaltsstoffen in Nahrungsergänzungsmitteln (Verunreinigungen) als den Omega 3 Fettsäuren selbst zuzuordnen sind: Wenn man seinem Körper zu viel Omega 3 Fettsäuren zuführt, dann macht sich das als erstes durch einen typischen, fischartigen Nachgeschmack im Mund bemerkbar. Daneben kann es zu diversen Beschwerden im gastrointestinalen Bereich kommen, wie zum Beispiel Durchfall und Übelkeit. Klinische Studien haben auch gezeigt, dass der Wert des LDL-Cholesterin vorübergehend ansteigt, nach einiger Zeit jedoch wieder seinen Ausgangswert erreicht. Es kann unter der erhöhten Zufuhr an DHA und EPA häufiger zu Nasenbluten kommen, gerade bei Personen, die ohnehin zu Blutungen neigen. Eine Überdosierung an Omega 3 Fettsäuren kann sich auch auf die Psyche auswirken. So gibt es Hinweise, dass sich eine manisch-depressive Erkrankung oder Epilepsie verschlimmern können. Außerdem gibt es laut [4] Anzeichen dafür, dass sich bei einer Zufuhr von hohen Dosen von Omega-3-Fettsäuren auch ein Glaukom entwickeln kann, falls kein Ausgleich durch Omega 6 Fettsäuren stattfindet.

Zu viel Omega-6-Fettsäuren (Linolsäure) erhöhen den LDL-Cholesterinspiegel

Neben der umstrittenen These des Einflusses einer direkten Cholesterinaufnahme durch die Nahrung besteht auch ein Einfluss der Ernährung auf die Cholesterinsynthese durch die Beeinflussung der Synthese von Prostaglandinen. Prostaglandine sind Gewebshormone, die unter anderem die Synthese von Cholesterin steuern, wobei ein Prostaglandin in die eine Richtung wirkt (etwa das cholesterinsenkende Serie-1 PGE1) und ein anderes gegensätzlich (hier Serie-2 PGE2). Die Bildung von Serie-1 oder Serie-2 Prostaglandinen wiederum wird durch das Verhältnis von mehrfach ungesättigten Fettsäuren (omega-3 zu omega-6) in der Nahrung beeinflusst.[5][6] Prostaglandine steuern außer der Cholesterinsynthese auch andere Faktoren der Entstehung von Arteriosklerose, so z. B. Lipoprotein(A) und Entzündungsparameter. Die Ernährungsempfehlungen, um die Prostaglandine günstig zur Cholesterinsenkung zu beeinflussen, wären etwa:

Omega-3-Index zeigt Herz-Kreislaufrisiko besser als Cholesterin-Werte

Optimum des Omega-3-Index zwischen 8% und 11%

Eine neue Sicht stellt dem täglichen Bedarf wünschenswerte Spiegel von Omega-3-Fettsäuren im Menschen entgegen, die als Omega-3-Index (Anteil Eicosapentaen- plus Docosahexaensäure in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten), ausgedrückt als Prozentanteil der gesamten n-3-Fettsäuren[9]) erfasst werden.[10][11] Der Omega-3 Index wurde 2002 erfunden und definiert, und zwar von Prof. Dr. W.S. Harris, Sanford University, USA und Prof. Dr. C. von Schacky, Ludwig Maximilians-Universität München.[12] Diese zwei Wissenschaftler haben die Messmethodik standardisiert und zum Patent angemeldet. Der Omega-3-Index nach der in dem Patent beschriebenen Messmethodik heißt nun „HS-Omega-3 Index®“ ("high sensitivity" oder "Harris Schacky"). Der HS-Omega-3 Index muss in den roten Blutkörperchen (Erythrozyten) in der von Harris und von Schacky definierten und streng standardisierten Weise aus EDTA-Blut gemessen werden. Andere Messungen (wie z.B. im Serum oder mit anderen Messmethoden) sind wertlos. Optimalerweise liegt der HS-Omega-3 Index zwischen 8% und 11%. Bei vielen Personen in Ländern, welche nicht von Küsten umgeben sind, liegt er aber deutlich niedriger, oft nur bei ca. 4%. Den Omega-3-Index kann man z.B. im Rahmen eines Fettsäureprofils für ca. 48 € bestimmen lassen. Einen Musterbefund für ein Fettsäureprofil von GanzImmun Diagnostics AG in Mainz finden sie in Einzelnachweis [2].

Geografische Unterschiede bei Herzerkrankungsquoten abhängig von Omega-3-Index & Omega-6-Index

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Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Krankheiten ist in Ländern mit niedrigem Omega-3-Index
besonders hoch (CHD: Coronar Heart Desease), Om3-HUFA entspricht 5.28 x Omega-3-Index[13]


In der Steinzeit hatte der Mensch ein Verhältnis Omega-6/Omega-3-Fettsäuren von 1:1 (Simopoulos 2008). Unser genetisches Programm gründet auf dieser ursprünglichen Ernährungssituation. In den 40er bis 60er Jahren des 20.Jahrhunderts war es üblich, den Kindern Lebertran als Quelle für Vitamin A und D, aber auch als Quelle der Omega-3-Fettsäuren zu geben. Dieses Öl stammte aus der Leber von Kabeljau, Dorsch und Schellfisch und diente vor allem der Rachitisprophylaxe. Es hatte einen penetranten Geschmack, der der älteren Generation noch in schlechter Erinnerung ist. Inzwischen lassen sich die Vitamine synthetisch herstellen. Außerdem bestand wegen des hohen Vitamin A- Anteils die Gefahr der Hypervitaminose . Die Leber der Fische wurde zunehmend toxinbelastet, sodass auf diesem Weg eine Omega-3-Fettsäureversorgung nicht mehr möglich war. Durch radikal veränderte Lebens- und Ernährungsgewohnheiten mit zunehmendem Verzehr von Omega-6-haltigen Nahrungsmitteln und vermindertem Verzehr von Omega-3 liegen heute die Quotienten in Europa bei 15:1, in den USA sogar bei 20:1 und höher. Dies hat, wie unten weiter ausgeführt, erhebliche Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Fischverzehrende Nationen in Asien wie Japan oder Korea haben ein Verhältnis von ca. 8:1. Als gesundheitsförderlich wird ein Quotient bis 5:1 von den Ernährungsgesellschaften empfohlen, was in der praktischen Umsetzung kaum gelingt. Das größte Ernährungsdefizit in der westlichen Welt betrifft daher die essentiellen Omega-3-Fettsäuren. Dieser massive Qualitätsverlust ist zum großen Teil auf modifizierte Fütterungsbedingungen der Tiere zurückzuführen. Der massenhafte Einsatz von Sojaschrot als Futtermittel mit einem 10-fachen Anstieg von 1955 bis 2011 und die Zunahme von Aquakulturen mit nicht artgerechter Fütterung belasten die Fettbilanz. Das Öl von Sojaschrot hat einen 50%igen Omega-6-Fettsäureanteil.[14]

Therapeutischer Einsatz: Studien zu Herz-Kreislauferkrankungen
Herz-Kreislauferkrankungen sind noch immer für die Hälfte aller Todesursachen in den westlichen Ländern verantwortlich. Das betrifft Herzinfarkte, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen sowie ischiämische und hämorrhagische apoplektische Insulte. Überlebensverbesserungen gibt es nur beim akuten Herzinfarkt und in der Krankenhausmortalität durch verbesserte intensivmedizinische und interventionelle Therapie. Die Sterblichkeitsrate außerhalb des Krankenhauses bleibt jedoch unverändert hoch, sodass der Prävention ein besonders hoher Stellenwert zukommt. Angeregt von der bahnbrechenden Entdeckung von Jørn Deyerberg in den 1970 er Jahren, wonach grönländische Inuits nur 1/10 so viele Herzinfarkte erlitten, verglichen mit Menschen in Europa und USA, wurden tausende Studien inzwischen durchgeführt. Die Datenlage zum Nutzen von Omega-3-Fettsäuren zur Primär- und Sekundärprävention ist inzwischen eindeutig. Eine Metaanalyse epidemiologischer Studien (Mozzafarian 2011) zeigte eine inverse Beziehung zwischen Verzehr von Omega-3-reichem Fisch und kardiovaskulären Ereignissen. Die Todesrate durch ein akutes Koronarereignis lag hier um 36% niedriger. Diese Zahl entsprach genau den Ergebnissen einer anderen Metaanalyse bezüglich EPA/DHA-spiegeln in verschiedenen Gewebekompartimenten und Koronartod ( Harris, Poston et al.2007). Die Ergebnisse werden allgemein umso überzeugender, wenn nicht Verzehrgewohnheiten bzgl. Fischkonsum den epidemiologischen Studien zugrunde gelegt sind, sondern die Erfassung von Blutspiegeln von Omega-3-Fettsäuren. Noch besser korreliert der Gewebespiegel, gemessen an der Erythrozytenmembran und als HS-Omega-3 Index bezeichnet, mit der Risikoeinschätzung. (Schacky 2011). Während in Ländern wie Japan und Korea mit niedriger Inzidenz für Myokardinfarkt und plötzlichem Herztod ein mittlerer HS-Omega-3 Index um 10% ermittelt wurde, liegt der Index in Ländern mit hoher Inzidenz wie Nordeuropa und USA deutlich niedriger ( 4,9-7,1%). In einer Studie mit über 1500 Patienten lag das Risiko für einen nicht- tödlichen Herzinfarkt um 69% niedriger in der Gruppe mit dem höchsten Omega-3- Index (>8%) im Vergleich zur Gruppe mit dem niedrigsten Quotienten(<4%) (Block, 31 Harris 2008). Es wird ein therapeutischer Zielbereich des HS-Omega-3 Index von 8- 11% empfohlen, da unterhalb von 8% das kardiovaskuläre Risiko steigt, während oberhalb von 11% kein zusätzlicher Nutzen festgestellt werden konnte( Schacky 2011). Der plötzliche Herztod oder Sudden Cardiac Death (SCD) ist ein plötzlicher, unerwarteter Tod kardialer Ursache und trifft oft Menschen ohne klinisch erkennbare kardiale Vorerkrankungen. 15% aller Todesfälle in USA oder Deutschland sind SCD (Zipes et al. 2006). Kardiovaskuläre Prävention ist hier die einzige therapeutische Maßnahme. Meistens löst ein Herzinfarkt tödliche Herzrhythmusstörungen aus. Auch hier liegt die Inzidenz in Japan extrem viel niedriger und beträgt nur 1/20 der westlichen Länder (Iso 2006). In der Physicans` Health Study (Albert 2002) wurden knapp 15.000 Personen über 17 Jahre beobachtet und eine Risikoverminderung um 90% für den plötzlichen Herztod in Abhängigkeit vom Omega-3 Index beschrieben. Diese Metaanalyse diente als Grundlage für den Schwellenwert des HS-Omeda-3 Index von 8%. Die Therapie mit Omega-3 Fettsäuren verbessert die endotheliale Dysfunktion und reduziert den Steifheitsgrad der Arterien parallel zu einem direkten antiinflammatorischen Effekt bei Erwachsenen mit Metabolischem Syndrom. (Tousoulis 2014). Das Metabolische Syndrom ist charakterisiert durch Störungen des Fettstoffwechsels ( Triglyceride >150 mg/dl, HDL-Cholesterin <40 mg/dl bei Männern und < 50 mg/dl bei Frauen), Zuckerstoffwechsels ( Nüchternblutzucker >110 mg/dl), erhöhtem Blutdruck von mindestens 130/85 mm Hg und/oder Einnahme blutdrucksenkender Mittel sowie Bauchumfang bei Männern von mindestens 102 cm und Frauen mindestens 88 cm. Höhere EPA/DHA-Plasmaspiegel sind mit niedrigerem Risiko für Vorhofflattern/- flimmern assoziiert.(Wu, Lemaitre 2012). Diesbezügliche Interventionsstudien liegen aber auch hier noch nicht vor. Zur Einschätzung des Risikos für ischämischen oder hämorrhagischen Insult gibt es Daten mit inverser Korrelation aus Korea (Park2009). Neuere Arbeiten weisen darauf hin, dass eine gute Versorgung mit Omega-3 Fettsäuren dazu beiträgt, das Ausmaß eines ischämischen und traumatischen Insultes auf das Gehirn zu verringern (Zhang 2014, Desai 2014). Die aktuellen Leitlinien der Europäischen Kardiologengesellschaft empfehlen Omega- 3-Fettsäuren zur Minderung der koronaren Mortalität und Schlaganfallmortalität (Perk 2012). Verträglichkeit und Sicherheit von EPA und DHA sind im Gegensatz zu den üblichen kardialen Medikamenten wie z.B. ACE-Hemmer, AT1-Blocker, Acetylsalicylsäure oder Statinen sehr gut und liegen auf Placebo-Niveau. Die Dosierung sollte sich sinnvollerweise nach dem HS-Omega-3 Index richten. Meist sind 2 g EPA/DHA tgl. erforderlich, um eine therapeutische Wirkung zu erzielen. EPA und DHA sind in Prävention und Therapie eine risikolose Möglichkeit, kardiale Ereignisse zu verhindern und Leben zu verlängern.[14]

Risiken bei zu niedrigem HS-Omega-3-Index von unter 8%

In [3] werden Vorteile und Folgen eines HS-Omega-3-Index zwischen 8% und 11% beschrieben und Risiken bei einem Omega-3-Index von unter 8% genannt:

  • ein erhöhtes Risiko für und bei Herz-Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, plötzlichen Herztod oder Herzschwäche (Herzinsuffizienz),
  • für Schwangere ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten und für das Kind einen suboptimalen Hirnaufbau, mit entsprechenden Folgen,
  • eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für psychiatrische Erkrankungen wie Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts Syndrom (ADHS) oder Depression,
  • eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für „altersbedingte“ und andere kognitive Einschränkungen.
  • Bei Knochenmarködemen bewirkt eine Infusion mit dem Thrombozytenaggregationshemmer Ilomedin durch Förderung der Durchblutung ein Abheilen, daher wäre es denkbar, dass eine Minderdurchblutung in den Mikrogefäßen der Knochen wegen eines zu geringen Omega-3-Index unter 8% eine Ursache oder ein begünstigendes Umfeld für das Entstehen von Knochenmarködemen sein könnte.

Bei Personen mit geringem „altersbedingtem“ kognitivem Niedergang belegen mehrere Interventionsstudien einen positiven Effekt der Gabe von Omega-3 Fettsäuren. In [3] wird ein optimaler Omega-3-Index im Bereich von 8 – 11% für geeignet gehalten, nicht nur das Risiko für kognitive Einschränkungen zu minimieren, sondern auch als geeignet für Vorbeugung und Behandlung mit Omega-3 Fettsäuren. Erste, noch unbestätigte Daten weisen darauf hin, dass Schlaganfälle bei einem hohen Omega-3-Index bis 11% seltener auftreten. Ob die Gabe von Omega-3 Fettsäuren Schlaganfälle vermindert, ist noch unklar. Osteoporose scheint ebenfalls bei einem hohen HS-Omega-3 Index seltener zu sein; möglicherweise lässt sich die Knochendichte durch Omega-3 Fettsäuren steigern. Nach [3] ist bekannt, dass Omega-3 Fettsäuren Symptome der chronischen Polyarthritis wie Morgensteifigkeit und Gelenkschmerzen bessern.

Fettsäureprofil zur Erkennung Ihres Entzündungsrisikos, kardiovaskulären oder Diabetes-Risikos

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Zeigt das Fettsäureprofil rote Balken, so können Sie durch
Ernährungsumstellung die Risiken mit rotem Balken reduzieren[2]


Viele Erkrankungen von Personen über 50 sind auf nicht optimale Blutwerte bei verschiedenen Fettsäuren zurückzuführen, obwohl dieser Aspekt des Risikos dafür mit einem Fettsäureprofil mit Bestimmung des Omega-3-Index sehr leicht erkennbar und durch sehr einfache Ernährungsumstellung bzw. Nahrungsergänzung völlig eliminierbar wäre. Zu diesen Erkrankungen gehören Arthrose, Knochenmarködeme, Diabetes, viele verschiedene Erkrankungen mit entzündlichen Prozessen im Körper, Depressionen, Schlaganfälle, Herzinfarkte, Thrombosen oder plötzlicher Herztod. Arthrose z.B. entsteht oft als Folge langjähriger entzündlicher Prozesse in den Gelenken (Arthritis). Ob in Ihrem Körper entzündliche Prozesse vorliegen, können Sie an Ihrem CRP-Wert im Blut sehen. Auch eine nicht optimale Ernährung kann zu einer oft jahrelang unentdeckten Entzündungsneigung führen, welche dann auch zu Arthritis und in der Folge Arthrose als eine von mehreren Mitursachen führen kann. Während Verletzungen oder Überlastungen von Gelenken als Arthroseursachen vom Patienten selbst nicht gut nachträglich eliminierbar sind, ist dies bei einer nicht optimalen Zusammensetzung der Fettsäuren im Blut wegen falscher Ernährung sehr leicht möglich. Um zu sehen, ob bei Ihnen gute Chancen bestehen, Entzündungsneigungen durch nicht optimale Ernährung auszuschalten, müssen Sie in einem Blutlabor oder bei Ihrem Arzt Blut abnehmen lassen und dieses zur Erstellung eines Fettsäureprofils zu GanzImmun Diagnostics AG in Mainz schicken, um ein "Fettsäureprofil" erstellen zu lassen. Die Kosten dafür betragen ca. 48 € und werden leider meist nicht von den Krankenkassen übernommen. Einen Musterbefund für ein Fettsäureprofil von GanzImmun Diagnostics AG in Mainz finden sie in Einzelnachweis [2]. Etwa 1-2 Wochen nach Blutabnahme erhalten Sie Ihr Fettsäureprofil zugeschickt. Die wichtigste Aussage davon ist die zusammenfassende Beurteilung der Fettsäurendiagnostik auf Seite 2 des Befundes in Form von 4 grünen oder roten Balken für die 4 Risiken Entzündungstendenz, kardiovaskuläres Risiko, verminderte Membranfluidität und eingeschränkte Insulindynamik. Ist der Balken Entzündungstendenz rot (wie im Bild rechts), so haben Sie beste Chancen, durch Umstellung Ihrer Ernährung das Entzündungsrisiko als einen Hauptrisikofaktor für Arthrose auszuschalten. Ist dieser Balken in Ihrem Fettsäureprofil bereits grün, so wissen sie zwar, dass Ihre Ernährungsgewohnheiten betreffend Entzündungsrisiko bereits richtig sind, haben andererseits jedoch keine Möglichkeit durch "Drehen an dieser Schraube" Ihr Arthroserisiko zu reduzieren. Das Fettsäureprofil bietet auch eine gute Basis dazu, eine Reihe weiterer großer mit der Ernährung sehr gut beeinflussbarer Risiken für häufige Krankheiten älterer Menschen zu erkennen und gezielt reduzieren zu können.

Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen

Omega-3-Fettsäuren spielen eine wichtige Rolle in der Prävention von kardiovaskulären Erkrankungen. Verschiedene Studien konnten zeigen, dass durch eine Substitution von Omega-3-Fettsäuren im Rahmen der Sekundärprävention die Gesamtsterblichkeit von Männern, die einen akuten Herzinfarkt erlitten hatten, um 20% reduziert werden kann. Die kardiovaskuläre Mortalität konnte den Studienergebnissen zu Folge um 30% gesenkt werden und das Auftreten eines plötzlichen Herztodes um 45% verringert werden.[15] Eine der wichtigsten kardioprotektiven Eigenschaften der Omega-3-Fettsäuren stellt der ausgeprägt antiarrhythmische Effekt dar. Dabei kommt der Hemmung und Terminierung der Fibrillation in Kardiomyozyten sowie der Reduktion des ischämiebedingten Herzflimmerns eine besondere Rolle zu. Als weitere Faktoren sind zu nennen: die Senkung der Triglyceridspiegel bei gleichzeitiger Stabilisierung der HDL-Konzentration, die moderate Blutdrucksenkung, die Hemmung der Thrombozytenaggregation sowie die Verbesserung der Blutfließeigenschaften. Demgegenüber erhöhen hohe Konzentrationen gesättigter Fettsäuren das kardiovaskuläre Risiko durch Anstieg des Gesamtcholesterins, Begünstigung von arteriosklerotischen Ablagerungen sowie einer Verhärtung der Zellmembranen.

Wie kann man zu hohe LDL-Cholesterin-Werte reduzieren?

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PROCAM-Gesundheitstest[16]


Tests zur Feststellung von Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko

Der PROCAM-Schnelltest und PROCAM-Gesundheitstest der deutschen Assmann-Stiftung für Prävention basiert auf der PROCAM-Studie und gilt für Frauen und Männer im Alter von 20 bis 75 Jahren zur Ermittlung des Risikos für einen Herzinfarkt innerhalb der nächsten 10 Jahre. Bei einem PROCAM-Schnelltest-Ergebnis im gelben oder roten Bereich (Herzinfarktrisiko über 10% in 10 Jahren) sollten Sie die Lipide (HDL-Cholesterin, LDL-Cholesterin und Triglyzeride) im Blut messen lassen und den aussagekräftigeren PROCAM-Gesundheitstest durchführen.[16]

LDL-Senkung um 8-23% durch 40g Haferkleie mit 3g Beta-Glucan

Ein Grossteil der segensreichen löslichen Ballaststoffe des Hafers nennt sich Beta-Glucan. Das Beta-Glucan unterstützt die Tätigkeit spezieller Immunzellen, den sog. neutrophilen Granulozyten. Diese dämmen u. a. Entzündungsherde im Körper ein, so dass Beta-Glucan und damit auch der Hafer entzündungshemmende Wirkung aufweist.[17]

Das Beta-Glucan ist jedoch auch der Hauptgrund dafür, warum vielen Menschen mit hohem Cholesterinspiegel der Verzehr von Haferkleie nahe gelegt wird. Haferkleie bezeichnet die Randschichten des Hafers ohne den Mehlkörper. Die Haferkleie ist natürlich besonders ballaststoffreich. Konkret bedeutet dies, dass die Haferkleie doppelt so viel Beta-Glucan enthält wie Haferflocken. Und so liefern 40 g Haferkleie eine Beta-Glucan-Menge (3 g), die den Cholesterinspiegel – bei täglicher Einnahme für drei Wochen lang – um 8 bis 23 Prozent senkt. Denken Sie daran, zur Haferkleie viel Wasser zu trinken. Weizenkleie hat diese überaus positive Wirkung auf den Cholesterinspiegel übrigens nicht. Wenn man nun bedenkt, dass ein um ein Prozent geringerer Cholesterinspiegel einem um zwei Prozent geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen entspricht, dann könnte schon eine Schale Haferbrei am Tag das Herz-Kreislauf-Risiko um beinahe die Hälfte reduzieren.[17]

Cholesterinspiegel-Senkung: Beta-Glucan im Hafer bindet Gallenflüssigkeit im Darm

Beta-Glucan bindet verstärkt Gallenflüssigkeit im Darm. In dieser Gallenflüssigkeit ist eine grosse Menge Cholesterin enthalten, das nun – gebunden an Beta-Glucan – mit dem Stuhl ausgeschieden werden kann, anstatt erneut in den Blutkreislauf zu gelangen. Hafer senkt natürlich nur das LDL-Cholesterin und das Gesamt-Cholesterin. Das als "gute" Cholesterin bekannte HDL-Cholesterin bleibt unangetastet.[17]

Hafer wirkt einem erhöhten Cholesterinspiegel aber noch auf andere Weise entgegen – nämlich über ein haferspezifisches Antioxidans namens Avenanthramid. Das im Hafer enthaltene hochwirksame Antioxidans aus der Gruppe der Polyphenole heisst [1]. Avenanthramid aus Hafer verhindert u. a. die Oxidation des LDL-Cholesterins – und oxidiertes Cholesterin ist bekanntlich genau DAS Cholesterin, das Probleme bereitet und zu den gefürchteten Ablagerungen in den Blutgefässwänden führt. Besonders effektiv ist die Schutzfunktion des Avenanthramid, wenn es zusammen mit Vitamin C aufgenommen wird, denn dann hält sie länger an.[17]

Einfach ungesättigte Fettsäuren reduzieren den LDL-Cholesterinspiegel

Einfach ungesättigte Fettsäuren wirken sich günstig auf den Fettstoffwechsel aus. Sie reduzieren den LDL-Cholesterinspiegel sowie das Risiko für deren Oxidation (Lipidoxidation) und stabilisieren den HDL-Cholesterinspiegel. Im Gegensatz zu den gesättigten Fettsäuren wirken sie sich günstig auf die Flexibilität der Zellmembranen aus (Erhöhung der Membranfluidität). Die kardioprotektive Wirkung der einfach ungesättigten Fettsäuren ergibt sich durch den Austausch mit gesättigten Fettsäuren, die eigene therapeutische Wirkung ist ohne Relevanz. Die wichtigste einfach ungesättigte Fettsäure ist die Ölsäure, die in fast allen natürlichen Ölen und Fetten, vor allem in Olivenöl, vorkommt.[2]

Um der Bildung proinflammatorischer Gewebshomone entgegenzuwirken sowie die Insulinsensitivität zu erhöhen, den Blutzucker, den Blutdruck, die Triglyceride und das HDL-Cholesterin günstig zu beeinflussen, sollten die Ernährungsgewohnheiten geändert werden. Dazu sollten gesättigte Fettsäuren sowie Omega-6-Fettsäuren gegen Omega-9- (Olivenöl) und Omega-3-Fettsäuren (Fischöl) ausgetauscht werden.[2]

Weitere Informationen

Feedback und Information zu ähnlichen Themen

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 1,4 1,5 HDL-Cholesterin, netdoktor.at, abgerufen am 22.4.2017
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 Musterbefund für ein Fettsäureprofil von GanzImmun Diagnostics AG in Mainz, PDF-Datei, 9 Seiten, 2.72 MB, Link aktuell am 30.3.2014
  3. 3,0 3,1 3,2 3,3 Omegametrix GmbH: Vorteile und Folgen eines HS-Omega-3 Index zwischen 8% und 11%
  4. 4,0 4,1 4,2 Welche Nebenwirkungen können Omega 3 Fettsäuren haben?
  5. Hu u. a.:Types of dietary fat and risk of coronary heart disease: a critical review. In: J Am Coll Nutr. 20(1), Feb 2001, S. 5–19. PMID 11293467.
  6. Z. Cheng u. a.: Effect of dietary polyunsaturated fatty acids on uterine prostaglandin synthesis in the cow. In: J Endocrinol. 171(3), Dec 2001, S. 463–473. PMID 11739012.
  7. Riediger u. a.: Low n-6:n-3 fatty acid ratio, with fish- or flaxseed oil, in a high fat diet improves plasma lipids and beneficially alters tissue fatty acid composition in mice. In: Eur J Nutr. 47(3), Apr 2008, S. 153–160. Epub 2008 May 3 PMID 18454337.
  8. A. Saremi, Arora R The Utility of Omega-3 Fatty Acids in Cardiovascular Disease. PMID 19092647.
  9. H. Aarsetoey, R. Aarsetoey u. a.: Low levels of the omega-3 index are associated with sudden cardiac arrest and remain stable in survivors in the subacute phase. In: Lipids. Band 46, Nummer 2, Februar 2011, S. 151–161, ISSN 1558-9307. DOI:10.1007/s11745-010-3511-3. PMID 21234696. PMC 3038230.
  10. Harris WS, Von Schacky C.: The Omega-3 Index: a new risk factor for death from coronary heart disease? Prev Med., 2004 Jul;39(1):212-20
  11. von Schacky C, Harris WS: Cardiovascular Benefits of Omega-3 Fatty Acids Cardiovasc Res, 72:310-5
  12. Omegametrix GmbH: HS-Omega-3 Index und Omega-3 Index
  13. Omega-3-Test von David Mendosa, 24. Feb. 2010, Sterblichkeit bei Herz-Kreislauf-Krankheiten ist in Ländern mit niedrigem Omega-3-Index besonders hoch, PDF-Datei, 4 Seiten 466 kB
  14. 14,0 14,1 Klinische Relevanz eines optimierten Fettsäurestatus durch natürliches Fischöl-/ Olivenölgemisch, Masterarbeit von Dr. med. Jochen Henn März 2014, Universität Viadrina Frankfurt an der Oder, Masterstudiengang Master of Arts Komplementärmedizin-Kulturwissenschaften-Heilkunde, Prof. Dr. Dr. phil. Dipl. Psych. Harald Walach, PDF-Datei, 80 Seiten, 1.85 MB
  15. Fa. Ganzimmun AG, Mainz Information im Fettsäure-Profil der Fa. Ganzimmun AG, Mainz, 2013, Kosten 48 €
  16. 16,0 16,1 PROCAM-Schnelltest der deutschen Assmann-Stiftung, Assmann-Sftiftung für Prävention, abgerufen am 12. Mai 2017
  17. 17,0 17,1 17,2 17,3 Hafer – Eines der gesündesten Getreide, Autor: Zentrum der Gesundheit, Letzte Änderung: 09.11.2016, abgerufen am 26.3.2017

Weblinks