Knochenmarködem

Aus Vita Sana
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Klassifikation nach ICD-10
R60 Ödem,
anderenorts nicht klassifiziert
R60.0 Umschriebenes Ödem
R60.1 Generalisiertes Ödem
R60.9 Ödem,
nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Inhaltsverzeichnis

Synonyme

Bone bruise; Transitorisches Knochenmarködem; Transiente Osteoporose; Spongiosaödem; Englischer Begriff: Bone marrow edema. Weitere Suchbegriffe: Knochenmarksödem; Knochenödem; Femurödem; Knieödem; Hüftknochenödem; Oberschenkelknochenödem; Oberschenkelknorrenödem; Knochensubstanzödem; Als Substantia spongiosa (von lat. spongia „Schwamm“) oder auch Spongiosa wird eine Erscheinungsform der Knochensubstanz bezeichnet. Es handelt sich um ein schwammartig aufgebautes System aus feinen Knochenbälkchen (Trabekeln). Die Spongiosa liegt im Inneren der Knochen und wird nach außen hin von der Kortikalis (Substantia compacta) umhüllt. In den Hohlräumen des von den Spongiosabälkchen gebildeten „Schwammes“ befindet sich das Knochenmark.

Definition und Vorkommen

Vermehrte Wasseransammlung im Knochen, die sich durch eine Signalanhebung (hellere Darstellung) in den wassersensitiven Sequenzen der Kernspintomographie (MRT) zeigt und auf einer Ödem- oder Hämatombildung im Knochen beruht. Als Knochenmarködem oder „Knochenmarködem-Syndrom (KMÖS)“, wird eine schmerzhafte Erkrankung meist des Femurkondyls unmittelbar über dem Kniegelenk, seltener der Hüfte oder noch seltener auch anderer Knochen bezeichnet, deren Ursache bislang nicht geklärt wurde. Der Begriff Transiente Osteoporose, auch „transitorische Osteoporose“ wird im angloamerikanischen Sprachraum oft für das Knochenmarködem verwendet. Die Transiente Osteoporose ist eine zeitlich begrenzte Form des Knochenmarködems, welche nie chronisch wird. Das klassische Leitsymptom der transienten Osteoporose ist ein spontaner Schmerz im Bereich der Hüftgelenke oder im Kniebereich. Während im Röntgenbild oft kein krankhafter Befund sichtbar ist, kann die Diagnose mit der Magnetresonanztomographie (MRT) meist zuverlässig gestellt werden.

Die transiente Osteoporose betrifft Männer im mittleren Lebensalter, und deutlich seltener Frauen, sie wird bei unbekannter Ätiologie auch als "idiopathisches" Knochenmarködemsyndrom (KMÖS) bezeichnet. Daneben kann eine transiente Osteoporose sekundär auftreten:

Befund

Klinisch zeigen die Patienten akute langsam zunehmende Belastungsschmerzen und Leistenschmerzen mit einem hinkenden Gangbild, jedoch selten Nacht- oder Ruheschmerzen. Meist sind Abduktion, Flexion und Innenrotation leicht eingeschränkt, wobei die Bewegungseinschränkung deutlich geringer ist, als die funktionelle Behinderung und Schmerzen erwarten lassen.

Blutuntersuchungen bleiben negativ, ohne erhöhte Entzündungswerte (CRP, Blutsenkungsgeschwindigkeit). Die Rheuma-Serologie ist ebenfalls negativ.

Beim primären KMÖ (KMÖS, Knochenmarkkontusion, Mikrofrakturen und Stress-KMÖ) ist das Nativröntgen unauffällig, da eine Osteopenie erst ab etwa 40 % Verlust an Knochendichte des Knochenmarks im Röntgen sichtbar wird. Gelegentlich kann sich nach 4–6 Wochen lediglich eine fokale Osteopenie („transiente Osteoporose“) zeigen. Bei allen anderen handelt es sich um sekundäre KMÖ, die die mehr oder weniger charakteristischen Veränderungen der Grundkrankheit zeigen.

Sowohl die Diagnose als auch die Differentialdiagnose mit einer Abgrenzung zu einer Osteonekrose können am besten mit der MRT gestellt werden. Auch die Szintigraphie zeigt typische Veränderungen an der Hüfte mit Hyperämie und einer vermehrten ossären Aktivität sowie ohne eine Aussparung (cold defect) im Hüftkopf, was eine Osteonekrose ausschließt. Im MRT-Befund zeigt sich in der Regel ein Knochenmarködem im Hüftkopf und im Oberschenkelhals bis hinunter zur intertrochantären Region, wo der Ödembereich scharf abgegrenzt ist. Diese Ausdehnung und scharfe Begrenzung ist typisch und grenzt die transiente Osteoporose ebenso wie eine fehlende Nekrosezone und fehlende subchondrale Veränderung von einer Hüftkopfnekrose ab. [1]

Knochenmarködeme nach betroffenen Skelettarealen

Zwischen 2006 und 2008 wurden gemäß [2]130 Patienten mit KMÖ im "Osteoporosezentrum München am Dom" wegen Knochenmarksödemen aufgeschlüsselt nach der Reihenfolge der Häufigkeit, behandelt:

  1. Kniegelenk (insbesondere medialer Femurkondylus, Tibiaplateau und Kniescheibe)
  2. Sprunggelenk und Mittelfuß (insbesondere Talusschulter, Os naviculare und Fersenbein)
  3. Femurkopf (insbesondere nach Schwangerschaft und als Frühform)

Entstehung (Ätiologie)

Die Ursachen von Knochenmarködemen sind derzeit nicht sicher. Es ist auch nicht sicher, ob die Ursachen ähnlich zu sehen sind wie bei den Ödemen im weiteren Sinn:

Ursachen von Ödemen im weiteren Sinn

Das Ödem oder die „Wassersucht“ ist eine Schwellung des Gewebes aufgrund einer Einlagerung von Flüssigkeit aus dem Gefäßsystem. Wird die Flüssigkeit im Gewebe nicht ausreichend über die Lymphbahnen abgeführt, so nennt man dieses ein Lymphödem. Weiterhin kommt es zum Ödem, wenn die Konzentration von Bluteiweißen (Albuminen) abnimmt (Hypalbuminämie). Durch entzündliche oder allergische Prozesse kann es zu einer erhöhten Durchlässigkeit der Kapillaren kommen. Auch Medikamente (z. B. Kortison, Antidepressiva oder Calciumantagonisten) können zur Ödementstehung beitragen. Ödeme können auch hormonell verursacht sein. Eine weitere Ursache ist eine langanhaltende Belastung durch ausschließliches Sitzen oder Stehen (orthostatisches Ödem), vor allem wenn dies mit reduzierter Bewegung verbunden ist und das Gewebewasser nicht mehr durch die Muskelpumpe abtransportiert werden kann. Auch Störungen der Mikrozirkulation können zu Ödemen führen.

Typen von Knochenmarködemen nach der Ätiologie

Nach [2] bzw. Hofmann et al. (2006) wird das KMÖ im Jahr 2011 ätiologisch in drei klinische Gruppen (plus 2 Zusatzgruppen) unterteilt:
  • Ischämisches KMÖ (Osteonekrose, Osteochondrosis dissecans, Morbus Ahlbäck und CRPS)
Eine Ischämie ist eine Minderdurchblutung oder ein vollständiger Durchblutungsausfall eines Gewebes (bzw. eines ganzen Organs).
  • Mechanisches KMÖ (Kontusionen, Mikro- und Stressfrakturen, „bone bruise“)
  • Reaktives KMÖ (Arthrose und Tumore)
  • Idiopathische Form ohne Nachweis eines Gelenkschadens
  • KMÖ im Femurbereich nach einer Schwangerschaft.
Aufgeschlüsselt nach der Ätiologie lagen bei den Studienteilnehmern einer Studie aus München [2] folgende KMÖ-Typen vor:
  • ischämisches KMÖ (n = 45)
  • mechanisches KMÖ (n = 36)
  • reaktives KMÖ (n = 19)
  • idiopathisches KMÖ (n = 22)
  • schwangerschaftsassoziiertes KMÖ (n = 8)

Denkbare Ursachen, welche auf sich auf die Wirksamkeit der Ilomedin-Therapie stützen

In der orthopädischen Fachwelt ist die Wirksamkeit der Ilomedin-Therapie derzeit nicht so klar mit Placebo-kontrollierten Doppelblindstudien belegt, dass diese bei orthopädischen Indikationen eine zugelassene Therapie wäre. Die Zulassungsanträge der Pharmaunternehmen bei den Arzneimittelbehörden für neue Arzneimittel sind aus verschiedenen Gründen nicht nur bei Ilomedin, sondern oft auch bei vielen anderen Arzneimitteln sehr eng gefasst und Anträge auf Erweiterung bestehender Zulassungen sind selten. Ein wichtiger Grund dafür liegt in den hohen Kosten für die geforderten klinischen Prüfungen. Die Gesetzgeber in Deutschland und Europa versuchen gegenwärtig, dieser Entwicklung durch vereinfachte Zulassungsregelungen oder wirtschaftliche Anreize, beispielsweise eine verlängerte Schutzfrist bei Zulassung für Kinder, entgegenzuwirken. In vielen medizinischen Gebieten, vor allem der Kinderheilkunde und der Onkologie, wird ein Großteil der Medikamente off-label angewendet. Dr. Nicolas Aigner vom Orthopädischen Spital Wien-Speising schreibt in [3] dass auch Ilomedin bei orthopädischen Indikationen den Zulassungsstatus "off label use" hat. In den meisten mit Knochenmarködemen sehr erfahrenen Krankenhäusern und von den meisten damit erfahrenen Orthopäden in Oberösterreich und in Wien-Speising (Österreich) wird im Jahr 2012 jedoch die Ilomedin-Infusion stationär über 5 Tage als Standardtherapie angewendet, was vermuten lässt, dass die anwendenden Orthopäden mit der bereits seit 2002 angewendeten Ilomedin-Therapie bessere Erfahrungen haben als mit (ausschließlich) anderen Methoden, wie z.B. mit der konsequent angewendeten Entlastungstherapie. Unter der im Jahr 2012 wahrscheinlichen, jedoch noch nicht ganz abgesicherten Prämisse, dass die Ilomedin-Infusionstherapie Knochenmarködeme zumindest kurzfristig zum Verschwinden bringen kann, ergeben sich daraus logischerweise auch Schlussfolgerungen auf mögliche (Mit-)Ursachen von Knochenmarködemen, welche von einer zu geringen körpereigenen Prostaglandinbildung der von KMÖ's betroffenen Patienten ausgehen. Bei Iloprost (Ilomedin®, Schering AG, Germany) handelt es sich nämlich um ein stabiles Analogon des körpereigenen Prostazyklins bzw. Prostacyclins (Prostaglandin I2 oder PGI2). Der Körper sollte normalerweise von selbst ausreichend Prostaglandin I2 aus der Arachidonsäure bzw. den aus den Omega-6-Fettsäuren der Nahrung bilden. Kommt es zu einem Knochenmarködem, so stellt sich die Frage, warum der Körper nicht ausreichend Prostaglandin I2 aus den Omega-Fettsäuren der Nahrung bildet. Denkbar wäre z.B., dass zu wenig Omega-Säuren mit der Nahrung zugeführt wurden oder Prostaglandin I2 im Körper durch Medikamente reduziert wird.

Was ist Prostacyclin und wie wird es im Körper gebildet?

Prostacyclin (oder Synonym: Prostaglandin I2, kurz PGI2) gehört zu der Gruppe der Serie-2-Prostaglandine, dies sind die entzündungsfördernden Prostaglandine aus der Arachidonsäure. Prostacyclin wird in Endothelzellen mit Hilfe der Prostacyclinsynthase aus dem Prostaglandin PGH2 aus der Arachidonsäure gebildet. Arachidonsäure findet sich in zahlreichen Lebensmitteln. Besonders hoch ist ihr Anteil in Schweineschmalz (1700 mg pro 100 g), Schweineleber (870 mg pro 100 g), Eigelb (297 mg pro 100 g), Thunfisch (280 mg pro 100 g) und Leberwurst (230 mg pro 100 g). Arachidonsäure wird in jedem tierischen Organismus aus der essentiellen Omega-6-Fettsäure Linolsäure über die Zwischenstufen γ-Linolensäure (GLA) und Dihomo-γ-linolensäure (DGLA) synthetisiert oder über die Nahrung aufgenommen. Prostacyclin ist der stärkste endogene Thrombozytenaggregationshemmer, unwissenschaftlich ausgedrückt bewirkt es eine Blutverdünnung bzw. Durchblutungsförderung, worauf auch die Wirksamkeit der Ilomedin-Infusionstherapie beruht. Durch die blutverdünnende Wirkung kann es während der Ilomedin-Infusion auch leichter als normal zu Nasenbluten kommen. Ilomedin ist ein Prostacyclin-Analogon. Würde man Prostacyclin durch Änderung der Ernährung auf Dauer erhöhen wollen, so hätte das den Nachteil, dass man z.B. durch Ernährung mit mehr Schweinefett das Verhältnis von Omega-6-Fettsäuren/Omega-3-Fettsäuren auf Werte von weit über den Idealwert 5 erhöhen würde, und damit das Risiko von Entzündungen erhöhen würde. Es ist demnach ratsam, die kurzfristige Thrombozyten-aggregationshemmende und durchblutungsfördernede Wirkung der Ilomedin-Therapie auf Dauer dadurch nachhaltig sicherzustellen, dass man versucht, den Omega-3-Index im Blut von Werten unter 8% auf 9.5 bis 11% zu erhöhen. Omega-3-Fettsäuren haben im Unterschied zu Omega-6-Fettsäuren wie der Arachidonsäure eine ganze Fülle positiver Wirkungen, welche auch darauf beruhen, dass Omega-3-Fettsäuren wie Prostacyclin eine Wirkung als Thrombozytenaggregationshemmer haben, also auch eine Blutverdünnung bzw. Durchblutungsförderung bewirken. Das Volk der Inuits mit besonders hohem Omega-3-Index hat daher auch oft Nasenbluten. Falls diese Hypothese stimmt, so müsste es eigentlich in Ländern mit sehr hohem Omega-3-Index im Blut der Durchschnittsbevölkerung (Inuits bzw. Eskimos oder bei den Japanern) deutlich weniger Knochenmarködeme je Million Einwohner geben, als in Binnenländern, wie Österreich, welche nicht von Meer umgeben sind, und wo demnach weniger Fisch, welcher reich an Omega-3-Fettsäuren ist, konsumiert wird. Es ist zu hoffen, dass möglichst bald derartige Statistiken und Studien mit Klärung des Zusammenhangs von Omega-3-Index im Blut zur Häufigkeit von Knochenmarködemerkrankungen erstellt werden.

Schmerzmittel, welche die Prostaglandine im Körper hemmen

Bekannt sind Schmerzmittelnebenwirkungen, welche zu Ödemen und dabei möglicherweise auch zu Knochenmarködemen führen können. Beispielsweise sind Ödeme eine bekannte Nebenwirkung der meisten Schmerzmittel, welche auf einer Hemmung der Prostaglandinsynthese beruhen, wie dies beispielsweise bei Ibuprofen bekannt ist und auch dort deutlich im Beipacktext vermerkt ist. [4] Es gibt jedoch auch Schmerzmittel, deren Wirkung nicht auf der Prostaglandinhemmung beruht, wie z.B. alle Opioide[5].

Finasterid, welches die Prostaglandine im Körper hemmt

Finasterid wird zu 1mg/Tag gegen Haarausfall verwendet und zu 5mg/Tag gegen Prostatavergrößerung (Proscar). Die Ursache von männlichem Haarausfall ist Prostaglandin D2, ein Schwester-Prostaglandin zu Prostaglndin I2 (PGI2 = Ilomedin). Beide werden aus Prostaglandin H2 (PGH2) gebildet. Finsterid reduziert Prostaglandin im Körper.

Zu wenig Omega-3-Fettsäuren (und Omega-6-Fettsäuren) in der Ernährung

Da Prostacyclin als ein eigentlich im Körper wegen Schmerzverursachung unerwünschtes Prostaglandin der Serie 2 im Fettstoffwechsel vor allem aus den Omega-6-Fettsäuren gebildet wird, und zwar aus der Arachidonsäure, sollte bei KMÖ-Patienten die Zufuhr von Omega-3-Fettsäuren mit ähnlicher Durchblutungs-fördernder Wirkung wie Prostacyclin und (nur) im Fall von zu wenig Omega-6-Fettsäuren im Blut auch die Omega-6-Fettsäuren in der Ernährung forciert werden, zumindest solange das Knochenmarködem nicht verschwunden ist. Arachidonsäure wird in jedem tierischen Organismus aus der essentiellen Omega-6-Fettsäure Linolsäure über die Zwischenstufen γ-Linolensäure (GLA) und Dihomo-γ-linolensäure (DGLA) synthetisiert oder über die Nahrung aufgenommen. Das ansonsten empfohlene Meiden der Arachidonsäure in der Ernährung wegen der entzündungsfördernden Wirkung ist bei Verdacht auf zu wenig Prostacyclinbildung im Körper und niedrigem CRP-Wert im Blutbild zu hinterfragen. Die Arachidonsäure sollte im Bereich 184-287 mg/l, die Omega-6-Fettsäuren im Bereich 600-1100 mg/l liegen. Normal werden niedrige Arachidonsäure- und Omega-6-Fettsäure-Pegel im Fettsäuren-Profil angestrebt, um das Herz-Kreislauf-Risiko und Demenz-Risiko gering zu halten. Falls jedoch die Arachidonsäure unter 184 mg/l bzw. die Omega-6-Fettsäure-Pegel unter 600 mg/l liegen sollten, so sollten KMÖ-Patienten durchaus etwas höhere Omega-6-Fettsäure-Pegel durch eine vorübergehende Ernährungsumstellung anstreben. Auf Dauer sollte durch Änderung der Ernährung jedoch der Omega-3-Index erhöht werden, was in der Wirkung als Thrombozytenaggregationshemmer ähnlich ist wie Prostacyclin, jedoch im Unterschied zur Prostacyclin-Erhöhung aus der Arachidonsäure (z.B. durch höheren Schweineschmalzkonsum) nur positive Nebenwirkungen hat. Während die Ilomedin- bzw. Prostacyclin-Infusion den Nachteil hat, dass diese einen 5-tägigen Krankenhausaufenthalt erfordert, Kopfschmerzen verursacht und nur zeitlich befristet wirken kann, kann man mit einer Omega-3-Fettsäuren-reicheren Ernährung eine ähnlich positive Wirkung wie mit Ilomedin auf Dauer erreichen und so auch verhindern, dass KMÖ-Rezidive entstehen, was bei ausschließlicher Ilomedin-Therapie ohne Ernährungsumstellung leider sehr häufig vorkommt.

Zu hohe Cortisolspiegel im Blut oder langjährige Kortisonbehandlung

Hohe langjährige Cortisolspiegel im Blutbefund wirken Prostaglandin-hemmend und werden heute als (Mit-)Ursachen von Knochenmarködemen und deren fallweiser Folgeerkrankung Morbus Ahlbäck diskutiert: Als Ursache von Morbus Ahlbäck wird eine lokale Durchblutungsstörung diskutiert und es wird ein Zusammenhang mit langfristiger Cortisoneinnahme angenommen.

Denkbare Ursachen gemäß Schilderungen von Patienten mit KMÖ über dem Knie

KMÖ-Patienten äußerten selbst folgende Verdachtsmomente von eventuellen Auslösern für Knochenmarködeme am Femurkondyl (Oberschenkelknochen über dem Knie):

  • Jahrelange Wirbelsäulengymnastik (z.B. nach Bandscheibenvorfall) mit dem Vierfüßlerstand auf den Knieen auf möglicherweise zu hartem Untergrund, was zu einer zu hohen Kniebelastung geführt haben könnte.
  • Jahrelange intensive Gartenarbeit oder berufliche Tätigkeit mit zu oft knieender Haltung auf zu hartem Untergrund
  • Ein Insekten- oder Zeckenstich bis zu 3 Jahre vor dem KMÖ , welcher eine Lyme-Borreliose auslöste. Die Übertragung erfolgt vor allem durch den Holzbock (Ixodes ricinus), eine Zeckenart; sehr selten auch durch Stechmücken oder Pferdebremsen. Der Erreger der Lyme-Borreliose ist weltweit verbreitet. In Deutschland gibt es ein Süd-Nordgefälle bei der Durchseuchung des Holzbocks. Während in den nördlichen Bundesländern die Zeckenpopulationen nur zu etwa 6 bis 10 Prozent mit Borrelien durchseucht sein sollen, liegt die Durchseuchungsrate im süd- und mitteldeutschen Raum deutlich höher. Regional kann auch jede zweite Zecke Borrelienüberträger sein. In Deutschland ist die Inzidenz (Zahl der in einer Bevölkerung neu auftretender Erkrankungen pro Jahr) über 30 Fälle pro 100.000 Einwohner, wobei einzelne Landkreise Inzidenzen über 150 aufwiesen (zum Vergleich: übersteigt in einem Landkreis die Inzidenz für FSME im 5-Jahres-Schnitt den Wert von 1,0 pro 100.000 Einwohner, so wird er vom RKI als FSME-Risikogebiet definiert, was auf Östereich eindeutig zutrifft. Für Österreich werden Inzidenzen zwischen 135 und 300 pro 100.000 Einwohner angegeben, für die Schweiz zwischen 25 und 30,4.
  • Auslöser aus eigener Sicht eines Patienten mit KMÖ über dem Knie war exzessives Treppensteigen in einem Hochhaus-Bürogebäude als Kreislauftraining ("Fitness-Studio Treppenhaus"). Er ging jeden Tag 3-4 mal in den 7. Stock rauf und runter. Nach 2 Wochen stellten sich Schmerzen ein, nach 3 Wochen wurde ein Knochenmarködem im Femur-Condyl über dem Knie diagnostiziert.
  • Langjährig extremes Übergewicht mit Body-Mass-Index über 40. Dies belastet naturgemäß die Knie und den Knochen mehr als Normalgewicht.
  • Vorangegangener Herzinfarkt (bzw. extremer Stress) in den letzten Jahren, falls das mit langjährig zu hohem Cortisolspiegel im Blut zusammenhängt. Zu hohe Cortisolspiegel im Blut (auch durch langjährige Kortisonbehandlung) stehen im Verdacht, Morbus Ahlbäck auslösen zu können.

Marathonlauf als Ursache von Knochenmarködemen

Auf Internetforen für Marathonläufer, Halbmarathonteilnehmer oder Ironman-Vorbereitung wird besonders häufig über Knochenmarksödeme berichtet. Im Artikel [6] wird über deutliche Zusammenhänge zwischen Belastungen durch Marathonlaufteilnahme und dem Entstehen von Knochenmarködemen berichtet: "Anhand einer Untersuchung beim Melbourne-Marathon 1986 an 5223 Teilnehmern gaben 63% Schmerzen nach dem Marathon-Lauf an. Als weitere Risikofaktoren auch für die Knochenmarködeme kommen exzentrische (Trainingsvolumen und -intensität, Oberflächenbeschaffenheit des Bodens, Schuhwerk) und intrinsische (Fuß-Fehlformen, Beinlängendifferenz) Risikofaktoren in Frage. Eine Form der ossären Reaktionen sind Stressfrakturen, viel entscheidender und vielleicht für die zukünftige Entwicklung eines Gelenkes in Richtung Arthrose ausschlaggebend sind stressinduzierte Knochenmarködeme, die durch die Belastung eines einzigen Marathon-Laufes bereits ausgelöst werden können. Normalerweise reagiert das Knochengewebe auf vermehrte Belastung mit Umbauvorgängen (Remodeling). Durch Verdickung der Corticalis und Umorganisation der trabekulären Strukturen adaptiert sich das Knochengewebe an die vermehrte Beanspruchung. Voraussetzung für eine suffiziente Adaptation des Knochengewebes sind entsprechende Regenerationsphasen. Bei der Stressfraktur übersteigt die Belastung die individuelle Toleranzschwelle, es tritt im Bereich von mechanischen Spannungsspitzen eine lokale Zirkulationsstörung mit Zellnekrose und vermehrter Osteoklastenaktivität auf. Als Folge der vermehrten Knochenresorption entstehen Mikrofrakturen im Bereich des geschwächten Knochengewebes. Periostale knöcherne Reaktionen in der 4. Woche komplettieren das Bild der Stressfaktur. Durch intraläsionale Messungen von Knochenstoffwechselparametern (Osteocalcin, knochenspezifische alkalische Phosphatase und Kollagen Typ I Metaboliten [ICTP, PINP] konnte eine 4-10-fache Erhöhung des Resorption-Formations-Zyklus bei Patienten mit Knochenmarködem im Kniebereich nachgewiesen werden. Vor allem die Kollagen Typ I Metaboliten (ICTP als Resorptions-und PINP als Formationsmarker) erwiesen sich als verlässliche Parameter zur Quantifizierung gesteigerter Umbauvorgänge. Im Normalfall scheint bei intakter Knorpeloberfläche die Absolvierung einer Marathondistanz keine persistierenden Auswirkungen auf das Signalverhalten der subchondralen Matrix zu haben. Wenn jedoch bereits eine Schädigung des Gelenkknorpels oder eine Meniscusschädigung vorliegt, so konnte in der MRT ein reaktives Knochenmarködem entsprechend der mechanischen Mehrbelastung beobachtet werden. Dieses Ergebnis basiert auf einer Untersuchung von Marathon-Läufern, die vor dem Start, im Anschluss an den Marathon-Lauf und 6-8 Wochen danach MR-tomographisch untersucht wurden. Dabei konnten bei 6 von 8 untersuchten Hobby-Läufern Veränderungen im Sinne einer Knochenmarksreaktion festgestellt werden."

Andere Knochenmarkserkrankungen und deren Ursachen

Knochenerweichung, Knochenmasseverlust, Gewebe- und Knorpelschäden durch Aluminium

Für Dr. Daniel Perl, Neuropathologe an der medizinischen Fakultät der University of Vermont, spielt "Calcium- und Magnesiummangel einhergehend mit der steigenden Umweltbelastung mit Aluminium eine Rolle als Verursacher von Alzheimer". Noch weniger bekannt ist, dass sich auch Knochenweiche (Knochenerweichung = Osteomalazie) und Knochenmasseverlust sowie Nieren- und Gewebeschäden (wie z.B. Knorpelschäden, Knorpeldefekte bzw. Chondropathie) häufig auf das Leichtmetall zurückführen lassen. Für die Alzheimer-Prävention und bei Knorpeldefekten bzw. Chondropathie, welche oft als Knorpelabnutzung eingeordnet wird, ist es deshalb entscheidend zu wissen, wie wir den direkten Kontakt mit Aluminium im Alltag einschränken können. Näheres dazu und auch über Kosten und Normalwerte (bei) der Aluminium-Blutanalyse siehe Aluminium im menschlichen Körper in diesem Lexikon und [7][8]. Um bei Knochenmarködemen, Knorpelschäden, Knorpeldefekten bzw. Chondropathie optimale Bedingungen für Knochen und Knorpel zu schaffen, sollte man auch eine Blutanalyse im Hinblick auf Aluminium machen lassen, und im Fall höherer Aluminium-Werte als 10µg/l versuchen, die Ursache zu ergründen und auf Normalwerte zurückzuführen.

Benzol wirkt toxisch auf das blutbildende Knochenmark und ist krebserzeugend für den Menschen

Benzolexpositionen wirken toxisch auf das blutbildende Knochenmark. Die Folge ist eine Verminderung der Zahl der weißen Blutzellen (Leukozyten), der roten Blutzellen (Erythrozyten) und der Blutplättchen (Thrombozyten) einzeln und in Kombination. Neuere Untersuchungen an benzolexponierten Beschäftigten haben gezeigt, dass diese Knochenmarksdepression bereits bei Einatmung von Benzolkonzentrationen unterhalb 1 ml pro m³ (unter 1 ppm) stattfindet. Dabei reagieren die weißen Blutzellen am empfindlichsten auf Benzol. Infolge der Wirkung auf weiße Blutzellen, insbesondere Lymphozyten, ist Benzol auch immuntoxisch. Benzol ist in Deutschland und in praktisch allen Industrienationen als gesichert krebserzeugend für den Menschen eingestuft. Die krebserzeugende Wirkung wird von Stoffwechselprodukten verursacht, die im Organismus beim Benzolabbau gebildet werden.[9]

Die Oxidation von Benzol zu reaktiven Zwischenprodukten ist eine Voraussetzung für dessen Toxizität und Kanzerogenität. Als erstes Zwischenprodukt wird das Benzolepoxid gebildet, woraus spontan Phenol entsteht. Phenol hydroxyliert weiter zu Hydrochinon, Brenzkatechin (Catechol), 1,4-Benzochinon und Trihydroxybenzol. Diese phenolischen Metaboliten des Benzols führen zur Bildung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) und verursachen oxidative DNA-Schäden. Darüber hinaus bilden sie Radikale, die über epigenetische Mechanismen, nämlich eine Hemmung der Topoisomerase II und die Bildung von Tubulin, klastogen (chromosomenschädigend) wirken. Diese molekularbiologischen Mechanismen liegen der krebserzeugenden Wirkung von Benzol zugrunde und sind aktuell weltweit Gegenstand intensiver toxikologischer Forschung. Besonders empfindlich für die klastogenen Wirkungen sind Zellen mit einer hohen Teilungsaktivität, insbesondere die Stammzellen des Knochenmarks, aber auch Lymphozyten, da letztere im Rahmen der Immunabwehr ständig ihre Erbinformation verändern und den Bedrohungen an- passen.

Für die Entstehung der letztendlich krebserzeugenden Radikale wird dem Enzym Myeloperoxidase (MPO), welches in verschiedenen weißen Blutzellen in großen Mengen exprimiert wird, eine wesentliche Rolle zugeschrieben. Gegenspieler der Myeloperoxidase im Benzolstoffwechsel ist die Chinonoxidoreduktase (NQO1). Etwa 4 % der mitteleuropäischen Bevölkerung besitzen genetisch keine Aktivität dieses entgiftenden Enzyms und haben infolgedessen nachgewiesenermaßen eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Benzol.

Neben den beschriebenen kanzerogenen Eigenschaften hat Benzol promovierende (tumorfördernde) und weitere epigenetische Wirkungen. Insbesondere bewirkt die Knochenmarksdepression, also die Unterdrückung der normalen Blutbildung durch Benzol, einen zusätzlichen Proliferationsvorteil der für äußere Signale unempfindlichen Tumorzellen gegenüber den gesunden Zellen.[9]

Wie kommt der Mensch mit Benzol in Kontakt?
Benzolhaltige Produkte kamen in früheren Jahrzehnten als preiswerte und effektive organische Lösungsmittel in zahlreichen Gewerbebereichen und im Handwerk zur Anwendung. So wurden diese in großem Umfang als Löse- und Reinigungsmittel in u. a. Druckereien, Waffenfabriken, metallverarbeitenden und anderen Betrieben sowie als Verdünner von flüssigen Klebern - insbesondere für die Herstellung und Reparatur von Schuhen - verwendet. Zu beachten ist auch der Benzolgehalt von technischen Benzingemischen (Waschbenzin, Reinigungsbenzin, Testbenzin), der bis in die 1970er Jahre vereinzelt auch ohne entsprechende Kennzeichnung bis zu 30 % oder höher betragen konnte. Hiervon betroffen waren u. a. Betriebe der Elektro- und Elektronikindustrie. La- cke und Farben sowie die bei ihrer Anwendung gebrauchten Verdünner konnten relevante Anteile von Benzol enthalten. Auch technische Xylole, Toluol und andere aromatische Kohlenwasserstoffe konnten Benzol in relevanter Quantität enthalten.

Die Aufnahme von Benzol in den Körper erfolgt sowohl über die Atmung als auch über die Haut. Zu beachten sind daher Arbeiten unter ungünstigen arbeitshygienischen Bedingungen mit großflächiger Benetzung der Haut. So wurde früher in Kokereien das anfallende Rohbenzol gerne zur Reinigung der Hände verwendet. Insbesondere im Kraftfahrzeug-Gewerbe wurde Ottokraftstoff neben der Händereinigung mitunter zur Entfettung von Oberflächen vor der Lackierung oder zur Reinigung von Kleinteilen (z. B. Vergaser) verwendet.[9]

Auf jeden Fall sollte für Personen mit Krankheitsbildern wie Leukämie oder CLL eine Bewertung der individuellen Benzol-Expositionsbedingungen erfolgen. Zu berücksichtigen sind z. B. besonders intensiver Hautkontakt mit Benzol oder benzolhaltigen Gemischen, besondere Expositionsintensität im jugendlichen Alter (aufgrund wissenschaftlicher Belege für eine besondere Benzolempfindlichkeit im Kindesalter), unzulängliche Arbeitsschutzbedingungen, sowie weitere individuelle, auch medizinische Gefährdungsfaktoren.

Die Aufnahme von Benzol am Arbeitsplatz erfolgt inhalativ und durch die Haut. Zur quantitativen Bedeutung der dermalen Aufnahme gibt die Wissenschaftliche Begründung dieser Berufskrankheit nähere Hinweise (BMAS 2007). Besonders problematisch sind der Gebrauch von Benzol oder von benzolhaltigen Flüssigkeiten (z. B. Ottokraftstoff) zur Reinigung der Hände oder zur Säuberung bzw. Entfettung größerer Oberflächen mit einem durchtränkten Lappen.

Als konkurrierende Kausalfaktoren für die toxische Knochenmarksdepression durch Benzol sind insbesondere blutbildverändernde Medikamente und Störungen der Blutbildung durch Vitaminmangel zu beachten; differentialdiagnostisch können z. B. hämolytische Anämien und Tumoranämien eine Reduktion der Zellzahlen im peripheren Blut bewirken. Als konkurrierende Risikofaktoren für Leukämien und Non-Hodgkin-Lymphome sind unter anderem Infektionen mit lymphotropen Viren (insbesondere HIV, HTLV, aktuelle Eppstein-Barr-Infektion) von Bedeutung. Das Auftreten primär extranodaler Lymphome des Gastrointestinaltraktes ist meist auf außerberufliche Ursachen zurückzuführen; so sind nach heutiger Kenntnis ca. 90 % der niedrigmalignen MALT-Lymphome des Magens Folge einer chronischen Infektion mit Helicobacter pylori, während das Enteropathie-assoziierte T-Zell-Lymphom als Komplikation einer glutensensitiven Enteropathie angesehen wird. Die Bewertung dieser und weiterer medizinischer Aspekte obliegt der Begutachtung.[9]

Berufliche Benzolexposition kann toxische Knochenmarksdepression und Leukämie hervorrufen

Grundsätzlich können laut Quelle [9] durch eine berufliche Benzolexposition neben der toxischen Knochenmarksdepression alle malignen Erkrankungen des Blutes, des blutbildenden und des lymphatischen Systems hervorgerufen werden. Zur Bewältigung der Vielfalt der Aufgaben im Rahmen der unspezifischen und spezifischen körpereigenen Abwehr (Immunität) entsteht aus den Stammzellen des Knochenmarks eine Vielzahl hochspezialisierter (differenzierter) Zellformen insbesondere des weißen Blutbilds. Entsprechend vielfältig sind infolgedessen die hieraus entstehenden malignen Krankheitsbilder; allein die Non-Hodgkin-Lymphome weisen inzwischen mindestens 42 Formen auf.

Folgende Krankheitsbilder können durch eine berufliche Belastung mit Benzol verursacht werden:

1. Toxische Knochenmarksdepression
Hierzu gehören Verminderungen der Zellzahl einer oder mehrerer Kompartimente des peripheren Blutes, also die Leukopenie und deren Teilentitäten Granulozytopenie und Agranulozytose, die Lymphopenie, die Anämie, die Thrombozytopenie, die Pancytopenie (Panmy-elophthise). Eine isolierte Anämie ist allerdings für eine Benzolwirkung untypisch und lässt andere Ursachen vermuten. Die toxische Knochenmarksdepression durch Benzol tritt während der Dauer der beruflichen Exposition auf und ist meist bei Expositionskarenz reversibel, wenn auch die Dauer der Erholung des Blutbildes sehr unterschiedlich sein kann. Eine sorgfältige Krankheitsanamnese unter Heranziehung früher erhobener Laborbefunde ist wichtig, z. B. zur Klärung der Frage, ob bei Expositionsende noch ein normales Blutbild vorlag.

2. Aplastische Anämie (AA) und Myelodysplastisches Syndrom (MDS)
Die aplastische Anämie und das myelodysplastische Syndrom (MDS) sind als Frühstadien einer malignen Erkrankung anzusehen. Letzteres wurde früher auch als „Präleukämie“ bezeichnet. Da es sich beim MDS um klonale Stammzellenerkrankungen handelt, stellt es per se eine maligne Erkrankung des hämatopoetischen Systems dar. Innerhalb von 5 Jahren gehen ca. 15 % aller aplastischen Anämien in ein MDS oder eine akute myeloische Leukämie (AML) über, wobei Myelodysplasien wiederum in ca. 30 % in eine akute myeloische Leukämie übergehen. Die Aplastische Anämie imponiert als Knochenmarksversagen mit Aplasie bzw. Hypoplasie des Knochenmarks und Panzytopenie (Verminderung der weißen und roten Blutzellen sowie der Blutplättchen).

3. Leukämien
Durch die Expansion eines malignen Zellklons kommt es zur diffusen autonomen Proliferation einer Leukozytenrasse, zur generalisierten Ausbreitung derselben im blutbildenden Knochenmark und zur Ausschwemmung leukämischer Zellen ins Blut, eventuell auch zur Infiltration extramedullärer (außerhalb des Knochenmarks befindlicher) Organe. Im periphe- ren Blutbild besteht meist eine Vermehrung der Leukozyten, allerdings können Leukämien auch eine verminderte Leukozytenzahl bzw. ein „aleukämisches Blutbild“ aufweisen.

Folgende 3 Krankheitsbilder werden unterschieden: - Akute Leukämie [akute lymphatische Leukämie (ALL), akute myeloische Leukämie(AML)] - Chronische myeloische Leukämie (CML) - Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Während alle Leukämien einen Häufigkeitsgipfel im hohen Lebensalter haben (Anstieg nach dem 40. Lebensjahr) hat die ALL einen weiteren Gipfel im Kindesalter und stellt die weitaus wichtigste Leukämieform bei Kindern dar. Nach der in der klinischen Hämatologie üblichen WHO-Nomenklatur wird die CML zu den myeloproliferativen Syndromen und die CLL zu den Non-Hodgkin-Lymphomen gerechnet. Die akute myeloische Leukämie (AML) ist die erste maligne Bluterkrankung, für die Benzol als Kausalfaktor identifiziert wurde und zur Einstu- fung der Chemikalie als Humankanzerogen führte; sie stellt daher den Prototyp der benzol-verursachten Leukämie dar.

4. Non-Hodgkin-Lymphome (NHL)
Hierbei handelt es sich um maligne klonale Neoplasien, die von den B- oder (seltener) T-Lymphozyten des lymphatischen Gewebes ausgehen. Typischerweise treten erhebliche Schwellungen von Lymphknoten oder Lymphknotenpaketen (Lymphome) auf, es können aber auch diffuse lymphatische Ausbreitungen in inneren Organen (z. B. Magen) oder in der Haut vorkommen. Hierzu gehört auch das Maligne Myelom (Plasmozytom), welches sich zuerst im Knochenmark manifestiert. Einige NHL haben ein leukämisches Erscheinungsbild und manifestieren sich dementsprechend im Blutbild und im Knochenmark. Aufgrund der Vielfalt der einzelnen NHL-Formen wird in diesem Merkblatt auf eine Auflistung und Be- schreibung der einzelnen Entitäten verzichtet; diesbezüglich wird auf die hämatologisch-onkologische Literatur verwiesen.

5. Myeloproliferative Erkrankungen
Bei den myeloproliferativen Erkrankungen handelt es sich um monoklonale Erkrankungen der myeloischen Stammzellen mit autonomer Proliferation einer oder mehrerer hämatopoeti- scher Zellreihen (Leuko-, Erythro-, Thrombozytose). Die myeloproliferativen Erkrankungen umfassen nach der WHO-Klassifikation sieben Krankheitsentitäten: - Chronisch myeloische Leukämie (siehe auch unter Leukämien) - Polycythaemia vera - Essentielle Thrombozythämie - Osteomyelosklerose (idiopathische Myelofibrose) - Chronische neutrophile Leukämie - Chronische eosinophile Leukämie - Chronische myeloproliferative Erkrankung, nicht klassifizierbar[9]

Therapie des Knochenmarködems

Klassische Therapiemethoden

Entlastung durch Gehhilfen als die wichtigste unbedingt notwendige Maßnahme

Vollentlastung der Ödemstelle 6 Wochen nach Ilomedin-Infusion
Die Behandlung des primären KMÖS besteht in einer nicht nur teilweisen, sondern vollständigen Entlastung. Den vom KMÖS betroffenen Patienten wird vom Physiotherapeuten bei einer Kurzeinschulung über das richtige entlastende Gehen mit Krücken beim Krankenhausaufenthalt während der Ilomedin-Infusionstherapie aufgetragen, das Knie mit dem Knochenmarködem in den nächsten 6 Wochen nach Abschluss der Ilomedininfusion möglichst lückenlos so zu entlasten, dass unter dem Schuh immer ein Blatt Papier ohne Widerstand durchgezogen werden kann. Das ist deutlich anstrengender als Gehen mit Gehhilfen mit einem Gipsbein, wo das Bein und der Gipsfuß ja immer Gewicht aufnehmen darf. Wenn man das richtig und lückenlos macht, ist man in der Handlungsfähigkeit so eingeschränkt, dass eine Berufsausübung auch bei überwiegend sitzenden Berufen nicht möglich ist. Man hat ja nie eine Hand frei, irgendeinen Gegenstand, Getränke oder auch nur Papier zu tragen.

Vollentlastung mit Krücken kann zu Schulterproblemen und Hämatomen führen
Das völlig entlastete Gehen in der aufgetragenen Art, kann bei nicht völlig glatten Griffen der Krücken zu Blasen an den Handinnenflächen, blauen Druckstellen von den Krücken an den oberen Innenseiten der Unterarme und auch schweren Schulterproblemen führen. Möglicherweise können Blutergüsse (Hämatome, engl. bruise, hematoma, haematoma, effusion of blood) auch im Zusammenhang mit mehrwöchigen Lovenox-Infusionen mit Wirkstoff Enoxaparin-Natrium auch bei KMÖ-Patienten entstehen, welche sonst nie zu rot-blauen Druckstellen neigten. Da die vollständige und konsequente Entlastung über 6 Wochen nach Vergleich mehrerer Krankheitsverläufe, welche dem Autor bekannt sind, den Haupteinfluss darauf darstellt, ob das Ödem zum Abklingen gebracht werden kann, muss diese Zeit auch im Krankenstand möglichst ohne Fahrten außer Haus verbracht werden.

Bei Nekrosegefahr ist Entlastung mit Rollstuhl vorzuziehen
Je mehr der Verdacht besteht, dass Nekrosegefahr im Ödembereich besteht z.B., wenn im MRT-Befund eine "subchondrale Demarkierung" (schwarze Stelle im MRT unter dem Knorpel) oder ein Verdacht auf Morbus Ahlbäck festgestellt wird, um so vollständiger muss die Entlastung sein. Bei Nekrose-Gefahr sollte die Entlastung die ersten 6 Wochen lang unbedingt mit Krankenstand, Fortbewegung im Rollstuhl und völligem Vermeiden von Kuppeln beim Autofahren erfolgen, falls das linke Knie betroffen ist. Die Entlastung mit Krücken ist nie so vollständig wie eine Entlastung mit Rollstuhl. Bei einem KMÖ mit Nekrose-Gefahr am linken Knie sollte der KMÖ-Patient 6 Wochen lang nicht selbst Auto fahren außer mit einem Kfz mit Automatik-Getriebe. Auch das Betätigen des Kupplungspedals beim Autofahren im Stop-and-Go-Verkehr wird dieser notwendigen Entlastung eines Knies mit Knochenmarködem nicht gerecht. Man sollte also 6 Wochen lang auch weitgehend auf das Autolenken verzichten, außer im Fall von KMÖS am linken Knie und Kraftfahrzeugen mit Automatikgetriebe oder, wenn beim Kuppeln, Gas geben oder Aussteigen aus dem Auto kein Schmerz spürbar ist.

Zur Erleichterung dieser Phase empfiehlt sich daher die Verwendung eines Rollstuhls im eigenen Wohnbereich. So hat der Knochenmarködem-Patient zumindest die Hände frei, und vermeidet nicht zu unterschätzende Schulterprobleme, welche durchaus wahrscheinlich sind, wenn man 6 Wochen lang 100% entlastet mit Krücken zu gehen versucht. Bei allen dem Autor bekannten 3 Knochenmarködempatienten, welche nicht 6 Wochen ohne Berufsausübung entlasteten, kam es entweder zu Morbus Ahlbäck mit Nekrose der Ödemstelle und nachfolgender Totalendoprothese (TEP) des Kniegelenks, oder nach Abklingen eines Knochenmarködems zu mehrmals wieder neuen Ödemen meist an wechselnden Stellen, in einem Prozess, welcher selbst nach 12 Monaten noch nicht zum Stillstand kam. Nur bei konsequenter Entlastung mit Krankenstand trotz Angestelltenberuf und Autolenkverzicht über 6 Wochen nach der stationären Ilomedintherapie kamen die Ödeme in einem von 4 bekannten Fällen bis zur Kontroll-MRT 3 Monate nach Beginn der Ilomedin-Infusion völlig zum Abklingen.

Entlastung durch optimal gedämpfte Schuhe oder Schuheinlagen

Gemäß [10] wären bei Knochenmarködem optimal gedämpfte Schuhe oder MBT-Schuhe empfehlenswert, speziell im Anschluss an die 6 Wochen dauernde Vollentlastung. Manche Orthopäden empfehlen auch befristet bis zu einer Knochenmarködemabheilung Schuheinlagen mit ca. 4 mm Höhe auf der Fußaußenseite, falls ein KMÖ am medialen Femurkondyl vorliegt. Der Gewichtsdruck wird so vom kranken auf den gesunden Oberschenkelknorren verlagert.

Schmerztherapie und Physiotherapie

Schmerztherapie mit Analgetika und NSAR sowie Physiotherapie mit dem Ziel, Mikrofrakturen und pathologische Kompressionsfrakturen des weniger belastbaren Knochens zu vermeiden. Die klassiche oft publizierte Therapieform mit NSAR-Schmerzmitteln ist jedoch heute kritisch zu hinterfragen, falls sich ein Mangel des körpereigenen Prostglandin I2 als (Mit-)Ursache des Entstehens von Knochenmarködemen mit ischämischer oder idiopatischer Ätiologie herausstellen sollte. Jedenfalls im Fall der nachweislichen Wirksamkeit der Ilomedin-Therapie muss man davon ausgehen, dass bei Knochenmarködemen mit Prostaglandinmangel als Mitursache Schmerzmittel, welche die Synthese von Prostglandin I2 hemmen, Ödeme (mit-)verursachen können und deren Abklingen verhindern können. Prostaglandin-hemmende Schmerzmittel[5] sollten demnach vermieden werden, solange Knochenmarködeme noch nicht abgeklungen sind. Zur trotzdem erforderlichen Schmerzbeseitung wäre der (zeitlich befristete) Einsatz von Opioiden wie Tramal mit dem Wirkstoff Tramadol statt Prostaglandinhemmern zu überlegen. Die Abwiegung der Vor- und Nachteile einer Medikamentenumstellung muss unbedingt mit Ihrem Arzt oder Apotheker erfolgen.

Therapien ohne nachweisbare Wirkung

  • Calcitonin und Kortison wurden oft eingesetzt, konnten aber in Studien keine nachweisbare Wirkung zeigen. Hohe langdauernde Cortisolspiegel im Blutbefund wirken Prostaglandin-hemmend und werden heute als (Mit-)Ursachen von Knochenmarködemen und deren fallweiser Folgeerkrankung Morbus Ahlbäck diskutiert: Als Ursache von Morbus Ahlbäck wird eine lokale Durchblutungsstörung diskutiert und es wird ein Zusammenhang mit langfristiger Cortisoneinnahme angenommen. Eine Therapie von Knochenmarksödemen mit Kortison erscheint daher aus heutiger Sicht als kontraproduktiv.
  • Die bei der Hüftkopfnekrose durchgeführte chirurgische Entlastungs-Anbohrung des Hüftkopfes ist beim Knochenmarködem am Femurkondyl nicht indiziert.[11]

Nicht offiziell zugelassene Therapiemethoden mit Infusionen

Was bedeutet off-label-use ?

Unter zulassungsüberschreitender Anwendung, engl. off-label use, versteht man die Verordnung eines zugelassenen Fertigarzneimittels außerhalb des in der Zulassung beantragten und von den nationalen oder europäischen Zulassungsbehörden genehmigten Gebrauchs hinsichtlich der Anwendungsgebiete (Indikationen). Die Zulassungsanträge der Pharmaunternehmen bei den Arzneimittelbehörden für neue Arzneimittel sind aus verschiedenen Gründen oftmals sehr eng gefasst und Anträge auf Erweiterung bestehender Zulassungen sind selten. Ein wichtiger Grund dafür liegt in den hohen Kosten für die geforderten klinischen Prüfungen. Die Gesetzgeber in Deutschland und Europa versuchen gegenwärtig, dieser Entwicklung durch vereinfachte Zulassungsregelungen oder wirtschaftliche Anreize, beispielsweise eine verlängerte Schutzfrist bei Zulassung für Kinder, entgegenzuwirken. In vielen medizinischen Gebieten, vor allem der Kinderheilkunde und der Onkologie, wird ein Großteil der Medikamente off-label angewendet. Auch bei der Knochenödembehandlung wird gerne auf Ilomedin zurück gegriffen, das jedoch nur zur zur Behandlung bei anderen Indikationen, z.B. beim Raynaud-Syndrom zugelassen ist. Für viele seltene Indikationen ist überhaupt kein zugelassenes Medikament verfügbar, und in Gebieten mit rasch voranschreitender Forschung hinkt der Zulassungsstatus der Präparate weit hinter den Therapiestandards her.

Ilomedin (Prostaglandin I2) oder Bisphosphonate (Ibandronat)

Gemäß S.12/18 bis S.14/20 der Dissertation von Thorsten Schmidt 2009[12] über Hüftkopfnekrose und Knochenmarködemsyndrom an der Uni Regensburg zeigten neuere Studien, dass die intravenöse Gabe von Iloprost oder Bisphosphonaten (Ibandronat) eine Reduzierung des Knochenmarködems und der Hüftkopfnekrose bzw. Femurkopfnekrose erreichen kann. Unter Gabe dieser Medikamente kam es zu einer deutlichen Symptomverbesserung als auch radiologischen Verbesserung.(Siehe Literaturstellen 3, 13, 37, 40, 54, 56 ab Seite 50 der Dissertation [12]). Grundlage und Ziel der medikamentösen Therapie ist ebenfalls eine Reperfusion bzw. Verbesserung und Entstörung der Blutzirkulation (Iloprost) bzw. die Hemmung der Osteoklasten (Bisphosphonat). Bei Iloprost (Ilomedin®, Schering AG, Germany) handelt es sich um ein stabiles Analogon des körpereigenen Prostazyklins bzw. Prostacyclins (Prostaglandin I2 oder PGI2). Das stabile Prostazyklin-Analogon ist zugelassen bei der Anwendung von akuten ischämischen Ereignissen aufgrund von peripheren arteriosklerotischen Verschlüssen oder diabetischer Angiopathie, sowie zur Therapie der pulmonalen Hypertonie. Ferner findet es bei der Therapie der Sklerodermie, des Raynaud-Syndroms sowie der pulmonalarteriellen Hypertonie Anwendung. Endogenes Prostazyklin wird hauptsächlich im Gefäßendothel und der glatten Muskulatur gebildet. Es hat einen vasodilatativen, antiproliferativen und zytoprotektiven Effekt. Bei Prostazyklin handelt es sich um den stärksten endogenen Thrombozytenaggregationshemmer. Die Thrombozytenaggregationshemmung kommt durch seine inhibitorische Wirkung auf Thrombozyten zustande. Iloprost wird zu 70% renal eliminiert und wird hauptsächlich hepatisch metabolisiert. Ausschlusskriterien für die Behandlung mit Iloprost sind Schwangerschaft, eine Behandlung mit Warfarin oder Heparin, Herzfehler, vorausgegangener Myokardinfarkt oder eine instabile Angina pectoris. Bekannte Nebenwirkungen sind, insbesondere wegen der anfänglich auftretenden vasodilatatorischen Hypotonie: Kopfschmerzen, Schwitzen und Übelkeit, auch kardiale Nebenwirkungen wie A.p.-Symptomatik bis hin zu EKG-Veränderungen. Weiterhin können Agitation, Diarrhoe, Fieber, Parästhesien, Myalgien, Arrhyhtmie, Extrasystolen, Lungenembolie und Nierenschmerzen auftreten.

Dr. Aigner: Erfolgsquote mit Ilomedin 90% bei frühem Behandlungsbeginn

Gemäß Aussage von Dr. Nicolas Aigner in [13] vom Jahr 2002 beträgt bei insgesamt 350 Patienten die Erfolgsquote mit Ilomedin-Therapie bei Knochenmarködemen ca. 90%: Bei den Knochenmarködemen im Kniebereich und im Talus liegt der Therapieerfolg bei Fehlen einer Begleitpathologie (Arthrose, Meniskusschädigung) sehr hoch: Bei schon vorhandener Nekrose gehen lediglich Begleitödeme zurück, auf das nekrotische Areal haben wir keinen Einfluss, was bei sehr kleinen medialen Nekrosebezirken außerhalb der Belastungszone in Ausnahmefällen auch zu tolerieren ist. Ist der Zeitpunkt der Behandlung für den Erfolg ausschlaggebend? N. Aigner: Es gibt prinzipiell 2 Denkschulen. Der einen Meinung zufolge ist das Knochenmarködemsyndrom oder die transiente Osteoporose, wie die Bezeichnung im angloamerikanischen Sprachraum lautet, eine eigene Krankheitsentität. Die andere Philosophie, die wir vertreten, geht davon aus, dass es sich um ein reversibles Frühstadium einer avaskulären Nekrose handelt. Beim Knochenmarködem selber kommt es meist nach 6-12, manchmal sogar 24 Monaten, zur kompletten Restitutio. Eine einmal eingetretene Demarkierung eines Knochenareals im Sinne einer Osteonekrose nimmt einen stadienhaften Verlauf, der fast immer mit einer Arthrose und einem Einbruch der Gelenksfläche endet. Wenn eine Nekrose schon vorhanden ist, dann sollte man ehebaldigst mit der Behandlung einsetzen. Das heißt also, dass wir im Frühstadium der Knochennekrose, dem Ödemstadium, mit der Therapie einsetzen. Es hängt also weniger vom Zeitintervall als vielmehr vom Stadium der Erkrankung ab.

Stationäre Infusionsserien von 20 µg Ilomedin [3]

  • In 500 ml NaCl mit Tropfenzähler über 5 (bis 8) h
  • Meist starke Kopfschmerzen bei 120ml/h über 4h 10min, daher besser 90ml/h über 5h 33min
  • An 5 aufeinanderfolgenden Tagen
  • Volle Entlastung für bis zu 6 Wochen
  • klin. Kontrolle nach 3 Wochen
  • MRT-Kontrolle nach 3 Monaten
  • Die Ilomedin-Infusion ist bei orthopädischen Indikationen im Jahr 2012 noch keine offiziell zugelassene Therapie (off-label-use)

Prostaglandin E1 in Form von Prostavasin beim ischämischen Knochenmarködem

Die Wirkung von PGE1 ist bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK) gut belegt. Auf eine weniger bekannte Einsatzmöglichkeit verwies Dr. Manfred Kuschnig, Klagenfurt: „Das Knochenmarködem (KMÖ) ist ein häufiger Befund. Es tritt bei vielen Krankheitsbildern auf und ist morphologisch nichts anderes als eine Flüssigkeitsansammlung im Knochen. Dadurch kommt es in dem geschlossenen Kompartment zu einer Druckerhöhung.“ Erhöhter Druck ist häufig mit starken Schmerzen verbunden. Die Patienten berichten von einer Schmerzqualität wie beim Zahnschmerz. Dr. Kuschnig: „Entscheidend ist, dass die Ausprägung des im MR sichtbaren Ödems absolut nicht mit der Schmerzempfindung korrelieren muss. Es gibt durchaus auch asymptomatische Knochenmarködeme.“ Die Ursachen können vielfältig sein. Das mechanische KMÖ entsteht in Folge von Mikrofrakturen und Kontusionen; Stress-Knochenmarködeme bilden sich bei Achsfehlstellungen am häufigsten im Bereich der Überlastungszone im Kniegelenk. Das reaktive KMÖ bildet sich oft am Kniegelenk im Rahmen einer aktivierten Arthrose. Häufigste Lokalisation des ischämischen KMÖ sind Knie- und Hüftgelenk. Hier entsprechen die Risikofaktoren weitgehend jenen der Gefäßerkrankungen. Als Risikofaktoren gelten Störung des Fett- und Purinstoffwechsels, Alkoholismus und Behandlung mit Kortikosteroiden. Selten, aber doch entsteht das ischämische KMÖ-Syndrom des Caput femoris postpartal. Ätiologisch handelt es sich um eine multifaktorielle Ischämie, also sowohl ein arterielles als auch venöses Problem. Die Einteilung der Ausprägung des Knochenmarködems erfolgt in 7 Stadien (ARCO 0–VI), wobei Stadium 1 im MR sichtbar ist und bereits klinische Symptome verursachen kann. Ab Stadium 4 ist in der Regel eine endoprothetische Versorgung als Therapie erforderlich.[14]

PG machen Entlastungsbohrungen häufig überflüssig
Dr. Kuschnig: „Das ischämische KMÖ ist jenes, das am häufigsten mit Prostaglandinen behandelt wird, während eine traumatische Genese nicht so gut für diesen therapeutischen Ansatz geeignet ist. Für die Therapie mit PG bietet sich das Stadium 1 an. Im Stadium 2 kann allenfalls noch eine Defektheilung erreicht werden und ab dem Stadium 3 ist das KMÖ einer PG-Therapie nicht mehr zugänglich.“

Das therapeutische Ziel ist eine Schmerzbehandlung und die Abkürzung des Spontanverlaufs. Dr. Kuschnig: „Meistens kommen die Patienten erst nach langer Schmerzdauer zu uns. Sehr oft wurden bereits diverse Maßnahmen zur Schmerzausschaltung versucht, die jedoch keinen Erfolg bringen. Wenn Patienten mit Gelenkschmerzen schlecht auf Analgetika und physikalische Therapie reagieren, sollte man also ein MR machen, weil hinter den Beschwerden ein Knochenmarködem stehen kann.“Das Entscheidende in der Therapie des KMÖ ist die Druckreduktion im Kompartment. Früher wurde das Knochenmarködem vorwiegend chirurgisch mit Entlastungsbohrungen behandelt. Heute bedarf das KMÖ im Stadium 1 keiner chirurgischen Therapie mehr. Klinische Erfahrungen zeigen, dass eine Mehrzahl der Patienten auf die Therapie mit Prostaglandinen anspricht. Bei der Wahl des Prostaglandins spielt das Nebenwirkungsprofil eine entscheidende Rolle. Dr. Kuschnig: „Wir haben das mit dem Gefäßchirurgen an unserem Haus besprochen und er hat uns darauf hingewiesen, dass Prostavasin weniger Nebenwirkungen hat als Iloprost.“

Dr. Kuschnig und sein Team haben Prostaglandin E1 seit dem Jahr 2002 (bis 2007) bei 31 Patienten mit Knochenmarködem eingesetzt und wenden folgendes Dosierungsschema an: Am ersten Tag wird 1 Ampulle Prostavasin 20µg über 3 Stunden i.v. nach Verdünnung mit einer geeigneten Trägerlösung verabreicht, an den darauf folgenden 4 Tagen jeweils 2 Ampullen Prostavasin. Dr. Kuschnig: „Wir haben keinen Patienten im Stadium 1 anbohren müssen und sehen praktisch keine Nebenwirkungen.“[14]

Ambulante monatliche Infusion mit Bisphosphonaten (BP): 75% Erfolg

Oral[15] und intravenös verabreichte Aminobisphosphonate können hilfreich sein und die Heilung beschleunigen[1]. Als erfolgreiche und nebenwirkungsarme neue Option erwies sich in einer firmenunabhängigen, nicht placebokontrollierten Off-Label-Beobachtungsstudie im Osteoporosezentrum München am Dom[2] die Therapie mit modernen, intravenös applizierten Bisphosphonaten (BP). Die Wahl der Einzel- und Gesamtdosis sowie die Intervalle basierten auf den langjährigen Erfahrungen mit Ibandronat bei onkologischen Patienten. Neben der konsequenten Entlastung des betroffenen Gelenks und der obligaten Gabe von 2.000 IE Vitamin D3 (Cholecalciferol) täglich erhielten die Patienten das BP Ibandronat (6 mg als monatliche Infusion in 250 ml NaCl Lösung über 30 min, insgesamt drei Infusionen). Vor und nach dieser Behandlung wurde der klinische (Schmerzprofil, Beweglichkeit, Arzneimittelnebenwirkungen) und der MRT-Befund erhoben. Zwischen 2006 und 2008 wurden 130 Patienten mit KMÖ nach dem oben beschriebenen Protokoll behandelt. Eine rasche Schmerzlinderung bereits nach der ersten oder zweiten Infusion trat bei 88 Patienten auf, eine komplette Remission mit völligem Schwund des KMÖ in der MRT und Beschwerdefreiheit war bei 75% aller Patienten nach Abschluss des Protokolls (nach der 3. Infusion bzw. 3 Monate nach Therapiebeginn) zu verzeichnen. Bei 10% konnte zumindest eine Schmerzreduktion, aber kein völliger Schwund des Ödems in der MRT erreicht werden. Bei 5% sprach die BP-Therapie nicht an. Ursache dafür waren extraossäre Schäden, progrediente Osteonekrosen oder schwere arthrotische Veränderungen. Bei 18% trat ein Rezidiv auf – entweder am gleichen und/oder an einem anderen Gelenk, das aber auf eine erneute intravenöse Bisphosphonat wiederum ansprach.

LOVENOX Spritzampulllen 40MG als Begleitmaßnahme

Patienten, die an einem Knochenmarködem am medialen Femurkondyl erkrankt sind, wurde während der Ilomedin-Infusionsserie in einem Krankenhaus in Oberösterreich über 5 Tage täglich eine LOVENOX Spritzampulle 40MG unter die Hautfalte im Bauchbereich injiziert, mit dem Auftrag, die tägliche Injektion einer LOVENOX Spritzampulle 40MG während der gesamten 6 Wochen dauernden Entlastungsphase selbst weiter durchzuführen. LOVENOX beruht auf dem Wirkstoff Enoxaparin-Natrium(Enoxaparinum natricum; engl.: Enoxaparin sodium; früher auch nur Enoxaparin, Handelsnamen Clexane®, Lovenox® ; Hersteller Sanofi-Aventis), und ist ein Arzneistoff zur Hemmung der Blutgerinnung. Es ist ein sogenanntes niedermolekulares Heparin, das heißt, es ist dem Heparin ähnlich, hat aber eine geringere Größe. Enoxaparin-Natrium, wird in einer Vielzahl von potentiell lebensbedrohlichen Krankheiten, zur Behandlung, wie auch zur Prophylaxe von Thrombosen (Blutgerinnsel) eingesetzt. Es eignet sich zur Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen bei chirurgischen und nichtchirurgischen Patienten mit einem Risiko für thromboembolische Ereignisse, zur Thromboseprophylaxe und Gerinnungshemmung bei extrakorporalem Kreislauf während der Hämodialyse, zur Therapie der tiefen Venenthrombosen mit und ohne Lungenembolie.
Lovenox-Informationen in der Packungsbeilage (Beipacktext):

  • Antihistaminika wie z.B. Aerius (gegen allergische Erkrankungen wie Birkenpollenallergie oder Histaminintoleranz bzw. Übelkeit beim Autofahren) können die Wirkung von Lovenox abschwächen
  • Nebenwirkungen in Labortests: Möglicher Anstieg der freien Fettsäuren und des Thyroxins sowie, vorübergehend, der Kaliumwerte. Erniedrigung des HDL-Cholesterins und der Blutzuckerwerte, Verfälschung des Ergebnisses des Bromsulphthalein-Tests.

Ausschluss und gegebenenfalls Behandlung einer Lyme-Borreliose als KMÖ-Auslöser

Falls ein KMÖ-Patient nach einem Insektenbiss eine monatelange kreisrunde Rötung in Erinnerung hat, wie dies für Lyme-Borreliose typisch ist, ist daher im Blutlabor ein Test empfehlenswert, welcher klären soll, ob eine Infektion mit Borrelien vorliegt.

Sehr guter Therapieerfolg mit Ilomedin, 6 Wochen Vollentlastung, dann 6 Wochen Teilentlastung und Nahrungsergänzung

Aufgrund des manchmal viele Monate dauernden Ablaufs ist eine gute Information des Patienten über die Wichtigkeit einer konsequenten Entlastung (mit Priorität gegenüber kreislaufstützender Bewegung) und Geduld notwendig. Falls keine ausreichende Entlastung erfolgt, kann die Konsequenz eine Nekrose (Morbus Ahlbäck) mit Durchbrechen der Knochenoberfläche sein, was dann ein künstliches Knie erfordert (Knie-Totalendoprothese oder Knie-TEP). Trotz Therapie bestehen die Beschwerden mindestens 4 Wochen, meist etwa 3–6 Monate. Ein protrahierter Verlauf über 12–18 Monate ist ist abhängig von der Konsequenz der Entlastung und der Vollständigkeit der Kombination mehrerer therapeutischer Maßnahmen durchaus häufig, eine Chronifizierung ist nicht beschrieben. 6 Wochen nach Ilomedin-Infusion ist eine Entlastung der Ödemstelle mit Krücken erforderlich, und zwar so, dass beim Gehen immer ein Blatt Papier ohne Widerstand durchgezogen werden kann. Im Zeitbereich zwischen 6 und 12 Wochen nach der Ilomedin-Infusion kann bei Schmerzfreiheit eine Büroarbeit ohne Gehhilfe bzw. Krücken wieder aufgenommen werden, es sollte jedoch in diesen 6 Wochen unnötiges Treppensteigen, unnötige Autofahrten und unnötige Spaziergänge, knieende Tätigkeiten oder knieende Gymnastikübungen im Fall vom KMÖ nahe dem Knie, Walking zur Kreislaufstützung und Ergometertraining noch vermieden werden. Schwimmen oder Aqua-Jogging ist als einzige Kreislauf-stützende Maßnahme erlaubt/erwünscht, falls an der Ödemstelle dabei kein Schmerz entsteht, ansonsten muss 12 Wochen nach Ilomedin-Infusion die Entlastung der Ödemstelle gegenüber einem Kreislauf-Training bewusst priorisiert werden. Beim 56-jährigen Autor dieser Seite mit Erstbefund "subchondrale Demarkierung" und deutlichem KMÖ mit Bone bruise am medialen linken Femur-Kondyl, war das Knochenmarködem beim Kontroll-MRT 12 Wochen nach Ilomedin-Infusion zu 90% verschwunden, ganz leichte Schmerzen jedoch noch spürbar. Der Orthopäde riet trotz des schönen MRT-Befundes und der verschwundenen subchondralen Demarkierung unbedingt dazu, noch weitere 2-3 Monate (also bis 6 Monate nach der Ilomedin-Infusion) noch kein tägliches Nordic-Walking aufzunehmen, und das Kreislauftraining auf nur Radfahren oder Schwimmen zu beschränken. Der Autor dieser Seite entlastete 6 Wochen nach Ilomedin-Infusion vollständig mit Rollstuhl im Krankenstand ohne Autofahrten, dann kam 6 Wochen Teilentlastung mit ausschließlich täglich getragenen links und rechts 4mm erhöhten Schuheinlagen an den Außenseiten. In diesen 12 Wochen wurde die Nahrung wie folgt je Tag ergänzt: 4 Omega-3-Kapseln/Tag @ 300mg DHA+EPA, 100 mg Lachs/Tag (mit 1600 mg EPA+DHA), in Summe also 2800mg DHA+EPA/Tag, 3 CalciProtect-Kapseln, in Summe 2000 IE Vit.D/Tag trotz gutem Vit.D-Spiegel (44 ng/ml) bei nur 6% Omega-3-Index zu Beginn der Therapie im Blut. Prostaglandin-reduzierende Schmerzmittel wie Ibuprofen und Finsterid wurde(n) völlig abgesetzt. Ab dem Zeitpunkt 12 Wochen nach Ilomedin-Infusion wurde auf ein Auto mit Automatik-Getriebe umgestellt und das Schuhwerk täglich gewechselt: abwechselnd mit außen 4 mm erhöhten Schuheinlagen, MBT-Schuhe ohne Einlagen und fallweise wieder normale Schuhe mit nur unter den Fersen wirksamen Gel-Einlagen. 6 Monate nach Ilomedin-Infusion erfolgt erneut eine Feststellung des 25-OH-Vitamin-D3-Spiegels, des Omega-3-Index und des Calcium-Spiegels im Blut. Ab diesem Zeitpunkt wird die Nahrungsergänzung mit Kalzium, Vitamin D, Vitamin K und Omega-3-Fettsäuren auf ca. 20-30% reduziert und in dieser Höhe auf Dauer fortgeführt.

HBO bei aseptischer Knochennekrose, Morbus Ahlbäck und Knochenmarködem

Die Hyperbare Oxygenierung (HBO) (Alternativbezeichnungen: hyperbare Sauerstofftherapie, HBO-Therapie; englisch: hyperbaric oxygen therapy; HBO2, HBOT) ist eine Therapieform, bei der medizinisch reiner Sauerstoff unter einem erhöhten Umgebungsdruck (der Luftdruck ist höher als der normale Atmosphärendruck) für definierte Zeiträume und Intervalle bei Patienten durch Einatmung zur Anwendung kommt.

Schmerzen verringern und Gelenkersatz vermeiden

Behandlungsziel der HBO bei Hüftkopfnekrose, Morbus Ahlbäck am Kniegelenk oder einem Knochenmarködem-Syndrom (KMÖS) ist, die Durchblutungsstörung des Knochengewebes rückgängig zu machen und die geschädigten Knochenzellen wieder zu regenerieren. Bei der Behandlung mit hyperbarem Sauerstoff erleben Patienten mit aseptischer Knochennekrose oder KMÖS oft eine Verringerung ihrer Gelenkschmerzen und können auf Schmerzmittel verzichten. Je weniger die Knochennekrose fortgeschritten ist, umso bessere Chancen bestehen, den drohenden „Knocheninfarkt“ und damit den Gelenkersatz zu vermeiden. Durch den Erhalt des eigenen Gelenkes an Knie und Hüfte mithilfe der hyperbaren Sauerstofftherapie lassen sich riskante, im Laufe des Lebens zu wiederholende Operationsrisiken vermeiden. Zudem kann eine Endoprothese das eigene Gelenk nie vollständig in seiner Funktion und Belastbarkeit ersetzen.[16]

MRT zeigt Chancen und Behandlungserfolge der HBO

Durch MRT-Aufnahmen ist eine Einschätzung der mit der HBO verbundenen Heilungschancen vor Beginn der Therapie mit hyperbarem Sauerstoff möglich. Außerdem kann durch MRT-Aufnahmen das mit der hyperbaren Sauerstofftherapie erzielte Therapie-Ergebnis bei Knochennekrosen, Knochenmarködemen und Morbus Ahlbäck belegt und dokumentiert werden. In enger Kooperation mit dem behandelnden Orthopäden bzw. Radiologen erarbeiten die HBO-Ärzte am Hyperbaren Sauerstoff-Zentrum München eine auf die Beschwerden abgestimmte Sauerstoffüberdrucktherapie. In der Regel findet eine tägliche Behandlung über etwa 3 Wochen statt bzw. sollten 20 Behandlungen in der Therapie-Druckkammer erfolgen.[16] Damit ist dieses Verfahren wesentlich zeitaufwendiger als z.B. eine Behandlung mit Bisphosphonaten oder mit Ilumedin, ohne dadurch gesichert höhere Chancen auf Heilung des Knochenmarködems zu bekommen.

Wie wirkt die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) bei Hüftkopfnekrose, Morbus Ahlbäck oder Knochenmarködem?

Unter der HBO-Therapie kann der zur Regeneration der geschädigten Knochenzellen notwendige Sauerstoff aus den kleinsten Blutgefäßen bis zu viermal weiter in das Gewebe eindringen. Ein bestehendes Knochenmarködem wird durch die Gefäßengstellung vermindert. Neue Blutgefäße werden gebildet, bindegewebsbildende Zellen werden aktiviert, Bindegewebsfasern entstehen vermehrt und werden miteinander vernetzt. Die Stimulation der Knochen ab- und aufbauenden Zellen führt zur Knochenregeneration.[16]

Therapeutischer Nutzen der HBO bei Osteonekrosen und KMÖS

Für die Anwendung der HBO bei der Hüftkopfnekrose liegen wissenschaftliche Studien diverser Evidenzklassen bis zur Klasse 1b vor. Es handelt sich also um eine Therapie mit begründeter Aussicht auf Erfolg. Für die Indikation aseptische Knochennekrosen oder Knochenmarködemsyndrom an Kniegelenk oder Talus liegen Studien der Evidenzklasse 3 vor. [16], [17], [18]

Die Heidelberger Studie [17] ist allerdings methodisch nicht überzeugend. Sie widerlegt z.B. nicht die These, dass Patienten, die den Aufwand einer HBO auf sich nehmen, wahrscheinlich auch viele sonstige Hebel in Bewegung setzen und einzig dadurch bessere Heilung erreichen. Im HBO-Zentrum in München wurde darüber informiert, dass eine Double-Blind-Studie für die HBO technisch nicht möglich sei, denn bei 2.4 bar muss man reinen Sauerstoff atmen, um das Risiko eines Taucherunfalls zu vermeiden. Das würde allerdings einen Vergleich mit einer Kontrollgruppe von der Warteliste oder einer anderen Behandlungsform ausschließen.

Risiken und Nebenwirkungen der Hyperbaren Oxygenierung (HBO)

Wie bei jeder medizinischen Behandlung gibt es auch beim Einsatz der HBO Risiken und Nebenwirkungen. Sie sind insgesamt selten.[19]

  • Barotrauma des Trommelfells: Diese Nebenwirkung ist häufig. Zumeist beschränkt sie sich aber auf eine geringfügige Rötung der Trommelfelle, welche von selbst binnen 24 Stunden abheilt. Bei Kindern (vgl. Häufigkeit von Mittelohrentzündungen) ist die Nebenwirkungshäufigkeit höher.
  • Brandgefahr in der Druckkammer : Dies gilt insbesondere für die Atmosphäre mit 100 % Sauerstoff in einer Einpersonendruckkammer. In Mehrpersonendruckkammer ist das Risiko zwar auch erhöht, aber de facto unbedeutend. Die Atmung findet in einem fast geschlossenen System statt, die Kammerluft besteht aus Druckluft und in Deutschland ist eine Überwachung des Sauerstoffgehaltes der Kammerluft zwingend vorgeschrieben (muss weniger als 23 % sein). In den in Deutschland nicht üblichen Einpersonendruckkammern mit Atmosphäre von 100% Sauerstoff besteht neben einer erheblichen Brandgefahr bei Vorhandensein einer Zündquelle in der Kammer vor allem auch Explosionsgefahr.
  • Krampfanfall (wie bei Epilepsie) des Gehirns. Er entsteht durch die Einwirkung einer hohen „Dosis“ von Sauerstoff. Diese Nebenwirkung ist sehr selten (1 Vorkommen in 3388 Behandlungen, entsprechend 0,03 % behandlungsanzahlbezogen), aber wie jeder Krampfanfall des Gehirns prinzipiell gefährlich (Verletzungsgefahr durch unkontrollierte Bewegungen, Verlegung von Atemwegen). In der Regel sind sauerstofftoxische Krampfanfälle aber folgenlos. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Krampfanfällen unter HBO-Bedingungen hängt dabei einerseits vom Gesundheitszustand des Patienten und andererseits von der Sauerstoffdosis bzw. der Expositionszeit gegenüber hohen Sauerstoffkonzentrationen ab. Eine Voraussage anhand empirischer Daten oder Berechnungen ist allerdings nicht möglich, weil unbesehen der Zusammenhänge eine hohe intra- und interindividuelle Variabilität vorhanden ist.[20][21]
  • Kurzsichtigkeit durch Einwirkung von Sauerstoff. Sie entsteht ebenfalls durch die Einwirkung von hohen „Dosen“ von Sauerstoff. Die Kurzsichtigkeit ist nur gering ausgeprägt und bildet sich vollständig zurück. Bei Verwendung eines Kopfzeltes ist die Wahrscheinlichkeit eines Auftretens höher, aber diese Nebenwirkung betrifft immerhin 50 % der behandelten Patienten mit mehr als 15 Therapieeinheiten HBO (wird aber nur von sehr wenigen bemerkt).
  • Schädigung der Lunge durch Sauerstoff (ALI und ARDS) sind möglich. Sie entsteht durch die Einwirkung einer hohen „Dosis“ von Sauerstoff. Gleiches Erkrankungsbild ist auch bei Patienten mit langzeitiger maschineller Beatmung mit 100 % Sauerstoff bekannt. Bei der Sauerstoffüberdrucktherapie sind bleibende Lungenschäden bei sachgerechter Anwendung nicht zu erwarten.
  • Übelkeit, Erbrechen - selten, durch Volumenveränderung infolge Druck, aber auch durch Sauerstoff möglich.[19]

Wirkung der HBO in der Behandlung der avaskulären Nekrose bei Kindern mit Krebs

Bei Kindern und Jugendlichen mit onkologischen Erkrankungen kann im Zuge der Therapie ein Knochenmarksödem und/oder eine avaskuläre Nekrose (AVN) auftreten. Eine kurative Behandlung dieser Knochenmarksödeme bzw. aseptischen Osteonekrosen ist in diesem Kollektiv nicht möglich. In einer Studie von Bernbeck B, et al. wurden in einem Zeitraum von 13 Jahren, 19 pädiatrisch onkologische Patienten, bei denen ein Knochenmarksödem und/oder eine AVN diagnostiziert worden war, an der Universitätsklinik Düsseldorf behandelt. Im Durchschnitt erhielten diese Kinder und Jugendlichen 45 HBO-Sitzungen. Mittels MRT-Untersuchung wurden die betroffenen Regionen - die fast ausschließlich die untere Extremität betrafen - regelmäßig nachkontrolliert. Es konnte nachgewiesen werden, dass Kinder unter 10 Jahren eine Verbesserung der AVN aufwiesen, die möglicherweise auf einen positiven Effekt der HBO zurückzuführen ist. An Kindern über dem zehnten Lebensjahr wurde kein positiver Effekt der HBO auf das Knochenmarködem dokumentiert.[22]

Vermeidung von KMÖ-Rezidiven durch nachhaltige Elimination von Ursachen

Die klassische KMÖ-Therapie der konsequenten Entlastung über 6 Wochen mit Krankenstand und Verzicht darauf, Kraftfahrzeuge zu lenken, und/oder die die neueren medikamentösen off-label-use-Infusions-Therapien stationär mit Ilomedin oder ambulant mit Bisphosphonaten (BP) können Knochenmarködeme am Femurcondyl mit guter Wahrscheinlichkeit von über 50% zum Verschwinden bringen. Falls an Ernährung, Gewicht, Lebensstil bzw. Medikation der Patienten gegenüber dem Zustand vor dem Auftreten eines Knochenmarködems nicht nachhaltig etwas geändert wird, kommt es jedoch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von deutlich über 50% zu einem Rezidiv[2], also einem oft sogar mehrmaligen Wiederauftreten von Knochenödemen entweder am gleichen und/oder an einem anderen Gelenk. Die folgenden präventiv gedachten Maßnahmen sollten auch manche unnötige Operationen vermeiden helfen. Die kritische Sendung im ARD "Vorsicht Operation" vom 14.1.2013 zeigt auf, dass die Häufigkeit orthopädischer Operationen in Deutschland viel höher ist als in den meisten anderen Ländern wie z.B. Frankreich, England oder Schweden. Der Film zeigt auch die Ursachen und falschen Anreizsysteme für Ärzte in Deutschland auf, welche zu oft zu unnötigen Operationen führen. Orthopäden bekommen gemäß diesem Film vom Gesundheitssystem sehr starke finanzielle Anreize zu "reparaturmedizinischen" Maßnahmen, so dass man als Patient dann verwundert ist, von Orthopäden keine Informationen über mögliche Ursachen (z.B. auch von Knochenmarködemen) und deren Bekämpfung zu bekommen, welche Knieoperationen in dem einen oder anderen Fall vermeiden können.

Bestimmung des 25-OH-Vitamin D-Spiegels im Blutplasma

Bei dem Krankheitsbild Knochenmarködem mit Arthrose(n), zur Krebs-Prävention oder bei einer bereits aufgetretenen Krebserkrankung sollte der Wert unbedingt bei über 40 ng/ml liegen. Fall der 25-OH-Vitamin D-Spiegel unter 40 ng/ml liegt, sollte das "Vitamin D"-Depot mit Festlegung der Dosierung durch ihren Arzt z.B. mit dem Präparat Dekristol® 20 000 IE[10] (in Kapselform) von Mibe GmbH Arzneimittel (PZN: 4007393) aufgesättigt werden, da Vitamin D u.a. die neuromuskuläre Koordination steuert und damit durchaus präventiv in ein Arthrose-Geschehen im Kniegelenk eingreifen kann. Begleitend zu Infusionen mit Bisphosphonaten (BP) werden mit 75% Erfolgsrate täglich 50µg bzw. 2000 IE Vitamin D3 (Cholecalciferol) verabreicht.[2] Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat die empfohlene Aufnahmemenge bei fehlender endogener Synthese für Vitamin D im Januar 2012 erhöht:[23] Laut Empfehlung der DGE ist der tägliche Normalbedarf an Vitamin D3 (Cholecalciferol) bei Kindern und Erwachsenen 20µg bzw. 800 IE pro Tag (1 µg = 40 Internationale Einheiten (IE), 1 IE = 0,025 µg).

Bezugsquelle für Vitamin D

Produkt Quelle Menge Inhaltsstoff IE je Kps./Trpf. µg je Kps./Trpf Preis Kundenrabatt Versand D/Ö IE/Wo. Kps/Trpf. je Wo. €/Monat €/1500µg
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Langen Mangel von Sonnenlicht (UVB-Strahlung) vermeiden

Die Höhe des Sonnenstandes ist unter anderem ein entscheidender Faktor für die Vitamin-D3-Bildung in der Haut.[24] Wird sie bei sonst guten Lichtbedingungen ganztägig so unterschritten, dass kein Vitamin D3 mehr in der Haut gebildet werden kann, spricht man von dem „Vitamin-D-Winter“. Des Weiteren spielt für die Lichtintensität eine Rolle: die Bewölkung, das Ozon, die Höhe über dem Meeresspiegel, die Beschaffenheit der Erdoberfläche usw. Ab einer bestimmten Summe UVB-Licht-absorbierender Faktoren ist die Lichtintensität zu gering, um noch Vitamin D3 in der Haut bilden zu können.[25] UVB-Strahlung[26] wurde auch in den früher verwendeten Höhensonnen in der Bauart der Hochdruck-Quecksilberdampflampen erzeugt, welche jedoch nur mit Schutzbrillen verwendet werden durften. Je kurzwelliger die Strahlung ist, desto energiereicher ist sie. UVB ist also energiereicher als UVA und die hautschädigende Potenz ist größer[26]. UVC-Strahlung ist die energiereichste UV-Strahlung. Sie ist für Lebewesen gefährlich, wird aber von der Ozonschicht der Atmosphäre fast vollständig herausgefiltert. Allerdings gaben Hochdruck-Quecksilberdampflampen ("Höhensonne") erhebliche Mengen davon ab. In den gemäßigten Breiten steigt die Vitamin-D-Bildung in der Haut mit der Höhe des Sonnenstandes exponentiell an und ist daher stark jahreszeitabhängig. Bei niedrigem Sonnenstand mit vorwiegendem UVA-Anteil des Sonnenlichtes ist die Grenze zwischen effektiver Vitamin-D-Bildung in der Haut und Sonnenbrand schmal oder eben gar nicht erreichbar.

Nahrungsergänzung mit dm Das gesunde Plus Calcium 600+D+K od. CalciProtect® Kapseln

  • Einnahme für mindestens 6 Monate (Dosierung täglich 1 Kapsel dm Das gesunde Plus Calcium 600+D+K bzw. 3 Kapseln CalciProtect)[10]
  • Hoch innovatives Kombinationsprodukt der Fa. TRB Chemedica (Haar bei München).
  • Versorgt optimal mit Kalzium, Vitamin K und Vitamin D und damit mit allen Mikronährstoffen, die für eine schnellere Abheilung der Knochenödem-Problematik Sorge tragen.
  • Erhältlich in jeder Apotheke in Deutschland zu 20-27 Euro für 100 Kapseln.
  • Die Tagesdosis (3 Kapseln) enthält: 1733mg Calciumcarbonat (davon 630mg Calcium), 15µg (600 IE) Vitamin D3 (Cholecalciferol), und 90µg Vitamin K1 (3600 IE).
  • CalciProtect® [27] unterstützt die Tätigkeit der Knochenaufbauzellen (Osteoblasten), welche die Knochen-Grundsubstanz Kollagen herstellen als Gerüst für die Einlagerung von Mineralstoffen, insbesondere von Calcium, und von Spurenelementen. CalciProtect ® enthält biologisch gebundenes Calcium aus der Eischalen-Palisadenzone, welches besonders gut vom Körper aufgenommen wird. Vitamin D3 (Cholecalciferol) verbessert zusätzlich die Aufnahme von Calcium aus dem Verdauungstrakt und Vitamin K1 ist beteiligt am Aufbau des Knochenproteins Osteocalcin, weshalb diese Vitamine die Zufuhr von Calcium in sinnvoller Weise ergänzen.

Bezugsquelle für dm Das gesunde Plus Calcium 600+D+K od. CalciProtect® Kapseln, Hersteller Trb Chemedica AG, PZN: 4262317, Packung: 100 ST

Produkt Quelle Menge Inhaltsstoff Vit.D/Kps. Calcium+Vit.K/Kps. Preis Frei Haus -> Ö. ab € Versand D. Versand -> Ö Ca mg/Tag Kps./Tg €/Monat (Ö.)
dm Das gesunde Plus Calcium 600+D+K meinDM.at 1x60 Kps. Calcium, Vit.D + K 200IE/5µg 600mg+80µg 3.30 € 45 € / 14 Pkg. 3.95 €, gratis ab 45€ 3.95 €, gratis ab 45€ 600 1 1,67
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Feststellung des Omega-3-Index und Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren

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Gegrillter Lachs auf Wokgemüse

Dr. Rudolf Ziegler[10] empfiehlt im Fall von Knochenmarködem 6 Monate lang die Nahrungsergänzung mit 3 Messlöffeln @ 5.2g "OMEGA 3 Power Pulver", um eine aktuell im Knochen schwelende Entzündungsproblematik gezielt und spürbar zurückzudrängen. Das entspricht 2100mg Omega-3-Fettsäuren/Tag (1200 mg EPA + 900 mg DHA pro Tag). Das von Dr. Ziegler empfohlene Produkt ist: Omega-3-Power®-Pulver der Fa. KyraMed Biomol, 220g, 42.31 Messlöffel @ 5.2g (nicht rezeptpflichtig): PZN: 3974292, Kosten 27.11€ + Versand mit DHL 0 € = 27.11 €, zu beziehen z.B. bei EU-versandapotheke.com zu Gesamtkosten von 79.8 €/Monat bei Einnahme von 2100mg Omega-3-Fettsäuren/Tag . In [28] werden Angaben zum täglichen Bedarf an Omega-3-Fettsäuren gemacht: Nach einem Artikel von 2007 empfehlen manche US-amerikanische Gesundheits- und Regierungsorganisationen die regelmäßige Einnahme der Omega-3-Fettsäuren EPA und DHA. Für den täglichen Bedarf wurden typischerweise zwischen 100 mg und 600 mg genannt.[29] Es empfiehlt sich eine Feststellung des Omega-3-Index in einem Blutlabor, z.B. bei der GANZIMMUN Diagnostics AG in Mainz oder bei der Omegametrix GmbH in Martinsried. Die Kosten für eine Feststellung durch GANZIMMUN.de sind 2012 etwa 47 €, und werden 2012 in Österreich von den meisten Krankenkassen (leider noch) nicht getragen. Beachten Sie jedoch, dass die Omega-3-Index-Ergebnisse während der Anwendung von Lovenox-Spritzampullen wegen eines möglichen Anstiegs der freien Fettsäuren im Blutlabortest höher als in Wirklichkeit ausgewiesen werden können! Bei KMÖ-Patienten muss das Ziel sein, bis zum Verschwinden des KMÖ so viel Omega-3-Fettsäuren zuzuführen, dass dies zu einem überdurchschnittlich hohen Omega-3-Index zwischen 9.5% und 11% führt. In 100g Räucherlachs mit 10.2% Fettgehalt sind ca. 1.6% Omega-3-Fettsäuren (1600mg EPA+DHA) enthalten, im Leinöl ca. 64% ALA. Eine sinnvolle Therapie für KMÖ-Patienten mit zu niedrigem Omega-3-Index könnte also z.B. sein, täglich 50 bis 100g Lachs (oder Thunfisch, Hering, Sardellen) oder 2 bis 4 Omega-3-Kapseln aus dem Drogeriemarkt mit je 300mg Omega-3-Fettsäuren und eventuell 1 Teelöffel Leinöl zusätzlich zur normalen Nahrung zu ergänzen, bis ein überdurchschnittlicher Omega-3-Index zwischen 9.5% und 11% erreicht ist oder das Knochenmarködem abgeklungen ist. Ein Teelöffel (2g) Leinöl enthält ca. 1270 mg ALA. Das Produkt "Das gesunde Plus" Omega-3 Kapseln, 60 Stück (mit je 180 mg EPA + 120 mg DHA), 2er Pack (2 x 85 g) kann man beispielweise von Amazon für 6.90€ beziehen. Da die Omega-3-Fettsäuren aus Fisch andere wertvolle Eigenschaften als jene von Leinöl haben, sollte zusätzlich auch auf möglichst viel Fisch in der Ernährung geachtet werden. Von allen Fischen hat dabei Lachs (wegen des geringen Fettgehalts nicht Wildlachs) am meisten Omega-3-Fettsäuren.
Bezugsquelle für Omega-3-Fettsäuren (EPA+DHA)

Produkt Quelle Packungsgröße Messlöffel zu 5.2g bzw. Kps. Inhaltsstoff EPA je ML/Kps. DHA je ML/Kps. Preis Frei Haus ab € Versand D/Ö mg Om3-FS je Tag ML/Kps. je Tg €/Monat €/Mon. mit 600mg/Tg
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Magnesium zur Durchblutungsförderung, Silizium zur Knorpelversorgung

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Rogaska Donat Mineralwasser:

1070 mg/l Magnesium, 48 mg/l Silizium

Da Magnesium (wie Ilomedin oder Omega-3-Fettsäuren) auch eine durchblutungsfördernde Wirkung hat, darf eine Magnesiumergänzung mit zumindest 400mg/Tag bei keiner konsequenten Therapie von Knochenmarködemen fehlen.
Sollte bei der zur Knochenmarködem-Diagnose erfolgten MRT auch ein Knorpelschaden an Gelenken festgestellt worden sein, so muss auch die Knorpelgrundversorgung mit einer täglichen Siliziumzufuhr von zumindest 40mg/Tag zusätzlich zur normalen Nahrung sichergestellt werden.

Am geeignetsten für beide Maßnahmen erscheint es, täglich 1 Liter Rogaska Donat Mineralwasser mit 1060 mg/l Magnesium und 145 mg/l SiO2 (Kieselsäure) zu trinken. [30]

Es gibt jedoch auch viele andere Möglichkeiten, wie man bei Knochenmarködemen bzw. Gelenksknorpelschäden eine ausreichende Grundversorgung mit Magnesium und Silizium sicherstellen kann.
Welche in in Deutschland und Österreich erhältlichen Mineralwasser-Sorten wie viel Magnesium- und Siliziumgehalt haben, finden Sie auf [31]. Die höchsten Siliziumgehalte haben Produkte, die auf pflanzlicher Basis entstanden sind. 100g Schachtelhalm enthält beispielsweise 2200-5400mg Silicium. 100g Galeopsiskraut enthält 2680mg Silicium und 100g Knotengras enthält 210-840mg Silicium.

Kieselerde besteht zu 80% aus Kieselsäure. Diese wiederum enthält etwa zu einem Drittel Silizium, das zweithäufigste Element der Erde [32].

Auf folgender Internetseite findet man die Mineralwassersorten der Welt, sortiert nach beliebigen Inhaltsstoffen, also auch nach Kieselsäure: http://www.mineralwaters.org [33].
Mineralwasser Land Pflanze / Tablette Magnesium in mg/l od. mg/Tab. Kieselsäure SiO2 in mg/l Silizium Einheit f. Silizium €/Mon. bei 400mg Mg/Tag
Rogaska Donat (1.19€/l) Slowenien 1030 145 48,3 mg/l 14,05
Vulkania Heilwasser Deutschland 281 102 34,0 mg/l
Long Life Österreich 206 43 14,3 mg/l 19,74
Deutschland Amazon: dm Das gesunde Plus, Magnesium Tabletten, 300 Stück 187,5 1,205
Fonte Gaudianello Italien 51 100 33,3 mg/l
Preblauer Österreich 50 67 22,3 mg/l
San Pietro Italien 34 104 34,7 mg/l
Acqua Claudia Italien 24 103 34,3 mg/l
Giulia Italien 21 102 34,0 mg/l
Leggera Italien 0 102 34,0 mg/l
Schachtelhalm (100g) 0 3800 mg/100g
Galeopsiskraut (100g) 0 2680 mg/100g
Knotengras (100g) 0 525 mg/100g
Marienbad Waldquelle Tschechien 0 1200 400 mg/l
Baden-Badener Quelle Deutschland 0 1200 400 mg/l

Zu niedrigen Arachidonsäurespiegel im Fettsäureprofil des Blutbefundes anheben

Falls im Fettsäureprofil des Blutbefundes der Arachidonsäurespiegel unterhalb des Normal-Bereiches von 184-287 mg/l liegt, was z.B. eine Folge besonders fettarmer Ernährung sein könnte, sollte auch an eine höhere Zufuhr von Arachidonsäure durch Konsum von Schweineschmalz (1700 mg pro 100 g), Schweineleber (870 mg pro 100 g), Eigelb (297 mg pro 100 g), Thunfisch (280 mg pro 100 g) und Leberwurst gedacht werden. Optimalerweise liegt der HS-Omega-3 Index zwischen 8% und 11%. Bei vielen Personen in Ländern, welche nicht von Küsten umgeben sind, liegt er aber deutlich niedriger, oft nur bei ca. 4%. Den Omega-3-Index kann man z.B. im Rahmen eines Fettsäureprofils für ca. 48 € bestimmen lassen. Einen Musterbefund für ein Fettsäureprofil von GanzImmun Diagnostics AG in Mainz finden sie in Einzelnachweis [34].

Ersatz von Prostaglandin-hemmenden Schmerzmitteln durch andere Schmerzmittel

Ein Ersatz von beispielweise Ibuprofen, Saridon mit Wirkstoff Propyphenazon oder Mexalen durch Tramal könnte auf Basis dieser Überlegungen zumindest so lange sinnvoll sein, als das Verschwinden eines Knochenmarködems noch nicht nachgewiesen ist. Ein dauerhafter Ersatz von Ibuprofen, Saridon oder Mexalen durch Tramal sollte jedoch auch gut überlegt werden, weil auch Tramal Nebenwirkungen hat wie z.B. eine gewisse Gefahr der Abhängigkeit, von Schwindelgefühlen, Minderung der Fahrtüchtigkeit und Übelkeit. Für Personen mit Histamin-Intoleranz ist Tramal wegen der nicht Histamin-erhöhenden Wirkung genauso gut geeignet wie Ibuprofen, während Saridon oder Mexalen wegen der Histamin-erhöhenden Wirkung für diese Personen nicht geeignet sind. Das Abwägen von Vor- und Nachteilen eines Wechsels Ihres Schmerzmittels sollte mit Ihrem Arzt erfolgen.

Überprüfung, ob die Prostaglandin-hemmende Finasterid-Medikation reduziert werden kann

Finasterid wird bei Männern gegen Haarausfall (1mg/Tag) oder Prostatavergrößerung (5mg/Tag) unter dem Markennamen Proscar eingesetzt. Bei Männern sollte geprüft werden, ob auf Finasterid nicht zumindest so lange, bis das Knochenmarködem verschwunden ist, verzichtet werden kann oder zumindest die Finasterid-Dosierung reduziert werden kann. Das Abwägen von Vor- und Nachteilen sollte mit Ihrem Arzt erfolgen.

Reduktion von Übergewicht und Einstellen des Rauchens

Reduktion von Übergewicht und Verbesserungen im Lebensstil (besonders Einstellen des Rauchens) sind wichtige begleitende Maßnahmen[2] als Voraussetzung für das Abklingen von Knochenmarködemen und Rezidiv-Vermeidung zusätzlich zu Entlastung und Therapie mit Ilomedin bzw. Bisphosphonaten (BP). Ersatz von Zucker durch den Süßstoff Stevia und konsequente Gewichtsnormalisierung z.B. mit der Weight Watchers Methode könnten bei der Reduktion des Body-Mass-Index (BMI) im Fall von Adipositas (auch Fettleibigkeit, Fettsucht, Obesitas, selten Obesität, engl. fast nur "obesity") zielführend sein. Stevia hat eine leicht gefäßerweiternde und blutdrucksenkende und vermutlich Prostaglandin-erhöhende Wirkung [35].

Feststellung des Cortisol- und Histaminspiegels im Blutbefund

Um einen überhöhten Cortisolspiegel oder Histaminspiegel als Ursache für ein Knochenmarködem auszuschließen, sollten der Cortisolspiegel bzw. Histaminspiegel im Blutbefund festgestellt werden. Im Fall, dass der Cortisolspiegel oder Histaminspiegel zu hoch ist, sollten vom Arzt Maßnahmen dagegen überlegt werden, um ein Abklingen des Knochenmarködems aus diesem Grund nicht zu verhindern.

Kontrolle des Aluminium-Spiegels im Blutbefund

Blutanalysen des Aluminiumgehaltes werden von Blutlabors für ca. 25 € durchgeführt, welche in der Regel leider nicht von den Krankenkassen vergütet werden. Als Normbereich für Aluminium im Plasma der Vollblutanalyse wird in [36] 0 bis 10 µg/l angegeben.

  • 10 -60 µg/l: Hinweis auf erhöhte Aluminium Resorption. Es ist notwendig die Ursache zu erforschen.
  • 60-100 ug/l: Aluminiumkonzemtration von klinischer Relevanz, die eine enge medizinische Überwachung erfordert.
  • mehr als 200 ug/l: Diese Konzentrationen gehen im allgemeinen mit klinischen Symptomen einher.

Feedback von Lesern zu dieser Seite

Die E-Mail-Adresse des Autors sehen Sie nach Anklicken auf folgenden Link nach kurzem Sicherheits-Check mit einem Auswahl-Menü: vita-sana....x.net. Der Autor bezweckt, mit dieser Seite anderen Betroffenen zu helfen, indem er jene recherchierten Erfahrungen und jenes Wissen zur Verfügung stellt, das zum Zeitpunkt seiner Erkrankung am Knochenmarködem leider noch nicht in dieser systematisch zusammengetragenen Form im Internet zu finden war. Über E-Mail-Feedback, das erkennen lässt, dass diese Seite anderen betroffenen Personen tatsächlich helfen konnte, freut sich demnach der Autor. Er freut sich jedoch auch über Mitteilung von Fehlern oder neuerer Erkenntnisse, welche Betroffenen auch helfen können.

Sie haben auch die Möglichkeit, http://lex.referata.com auf der Bewertungsplattform WOT (World of Trust) anonym zu bewerten, um anderen Lesern eine in Summe öffentlich sichtbare Indikation für die Vertrauenswürdigkeit dieser Seite zu geben. Da WOT primär für englischsprachige Seiten konzipiert wurde, haben http://lex.referata.com bisher erst sehr wenige Leser auf WOT bewertet, daher ist die Bewertung im November 2014 auf https://www.mywot.com/en/scorecard/lex.referata.com noch so kommentiert:

 "This reputation has a low confidence, which means not many people have rated the site". 

WOT ist auch als empfehlenswertes Firefox-AddOn verfügbar und ist eine Indikation für die Vertrauenswürdigkeit einer Seite mit rot, gelb oder grün, sobald eine ausreichende Zahl an Bewertungen vorliegt.

Auch "avast! Online Security" ist als Firefox-AddOn verfügbar, und auch damit können Sie http://lex.referata.com bewerten. Im Unterschied zu WOT sind bei "avast! Online Security" auch sehr viele deutschsprachige Seiten bewertet, wodurch bei den Bewertungen auf dieser Plattform für deutschsprachige Seiten meist mehr User eingebunden sind als bei WOT.

Danke, durch Ihre Seite bin ich in der Lage, mir selbst zu helfen (23.6.2014)

Hallo und guten Tag,
ich möchte mich einfach mal bedanken für die sehr umfangreiche Seite zum Knochenmarködem. Mein Arzt ist der Meinung, da muss man gar nichts machen. Durch Ihre Seite bin ich in der Lage, mir selbst zu helfen.
Mit vielen freundlichen Grüßen
M.E. L.

Antwort des Autors:

Gar nichts zu machen kann böse ausgehen. Ein Mit-Patient mit über 50 Jahren, der mit mir im Krankenhaus war, hatte 5 Monate vor mir die Ilomedin-Therapie. Leider sagte ihm niemand, dass er einige Wochen lang das betroffene Knie vollständig vom Gewicht entlasten müsste. Er ging auch nicht in den Krankenstand, arbeitete (mit Büroarbeit) weiter und verzichtete nicht auf das Autofahren. Schuheinlagen, Omega-3-Fettsäuren, Calcium- oder Vitamin-D-Ergänzung waren für ihn kein Thema. Erschwerend kam bei ihm noch starkes Übergewicht dazu. 5 Monate nach der Erkrankung am Knochenmarködem brach bei ihm (trotz vorheriger Ilomedin-Therapie) der Knochen durch und es musste ihm daher ein künstliches Knie eingesetzt werden. Dieses Erlebnis war für mich ein sehr starkes Motiv, die hier veröffentlichten gründlichen Recherchen anzustellen, wie man einem Knochenmarködem erfolgversprechender zu Leibe rücken kann. Ich denke, es ist ganz gut gelungen, und ich kann aus eigener Erfahrung Betroffenen versichern und Hoffnung geben, dass man, wie auf dieser Seite beschrieben, ein Knochenmarködem in den Griff bekommen kann. Ich kann natürlich nicht ausschließen, dass es leichtere Formen von Knochenmarködemen gibt, die möglicherweise tatsächlich von selbst heilen. Bei keinem einzigen der ca. 10 KMÖ-Patienten, welche ich persönlich kenne, heilte das KMÖ völlig ohne Behandlung ab. Zumindest heilte das KMÖ nicht vollständig, zu 90% schon nach 3 Monaten, wie bei mir ab. Bei den meisten mir bekannten Fällen kam es trotz ärztlicher Behandlung zu mehreren Rezidiven und beträchtlichem über 12-24 Monate andauerndem Leidensdruck und vielen langen Krankenständen. Es wurde auch einer Patientin (über 60) mit KMÖ und bereits mehreren Rezidiven von einem Orthopäden eine Knie-Total-Endoprothese als unbedingt erforderlich empfohlen, was sich nachträglich, befundet von einem anderen Orhthopäden, als nicht richtig herausstellte, obwohl der OP-Termin bereits fix vereinbart war.

Ebenfalls Danke - Knochenmarködem Oberschenkelhals und Oberschenkelhalskopf (15.10.2014)

Sehr geehrte LeserInnen und Betroffene, ich kann ebenfalls diese Seite nur empfehlen und mich ebenfalls betreffend der ausführlichen Darstellung auf dieser Seite bedanken.
Erstdiagnose 25.07.2014 Knochenmarködem, 25.09.2014 Knochenmarködem geheilt bzw verschwunden.

Hier meine Krankengeschichte:

Anfang Juni 2014: Ich hatte ab Juni 2014 wegen nicht richtig örtlich definierter Schmerzen (z.B. bei Außenrotation des Fußes), vom Gesäßmuskel über Leiste, äußeren Oberschenkel bis Knie, mehrere Orthopäden besucht.

Juni - Juli 2014: Nach mehreren Injektionssitzungen wurden die Symptome jedoch nicht besser. Diagnose: Muskelverspannung, Schleimbeutelentzündung

Ende Juli 2014 Mein Orthopäde des Vertrauens hat dann nach unverdächtigem Röntgenbefund, sicherheitshalber eine Magnetresonanz (MR) verordnet. Normalerweise beträgt die Wartezeit für eine MR ca. 1 bis 1 1/2 Monate. Ich wollte jedoch nicht so lange warten und habe bei privater Zahlungsleistung (Euro 190,-) einen sofortigen Termin am 25. Juli 2014 bekommen. Und es war gut so!

25.Juli 2014 Befund: großes Knochenmarködem vom Oberschenkelhals bis inklusive Oberschenkelhalskopf, wobei kein Grund für die Entstehung des Ödems besteht: kein Unfall, keine extreme Belastung, keine Medikamente, sehr geringer Nikotin- (1x pro Woche ein Päckchen der leichtesten Zigaretten am Markt) und Alkoholkonsum (1x pro Woche 3 kleine Bier), nur frisch selbstgemachte Speisen (fettarm) und Biogemüse.

28. Juli 2014 Orthopäde: Sofortige Einweisung ins Orthopädische Spital Speising in Wien, sofortige vollständige Entlastung des Fußes durch Krücken, Lovenox 40 mg, 1x täglich

01.August – 05. August 2014 Ilomedin-Infusion 5 Tage bei geringer Durchlaufgröße von 65 mg, daher keine Nebenwirkungen (nur ganze leichte Kopfschmerzen an zwei Tagen), es dauerte jedoch zwischen 8 – 11 Stunden täglich.

5.August 2014 Entlassung aus Spital: weitere 4 Wochen volle Entlastung, danach Teilentlastung.

Nun die Aktivitäten auf Grund Ihrer Vorschläge bzw. Tipps auf der lex.referata.com–Seite:

Essenszubereitung teilweise mit Schweineschmalz etc., siehe tägliche Aktivitäten

11.August 2014 Blutbefund mit Fettsäurestatus, der in Österreich nicht von der Krankenkasse bezahlt wird.

Vitamin D3 mit 26,3 ng/ml knapp unter untersten Grenzwert von 30.0 Cholesterinwerte leicht über den Grenzwerten (LDL und HDL), CHOL/HDL Ration 3.8 Arachidon-/Eicosapentaensäure 8.3 Referenzbereich < 4.00 (Erhöht durch Ilomedin und wahrscheinlich Lovenox)

OMEGA 3 Index 3,6 % weit unter Referenzbereich von 6.0 – 8.0

Vom 5. August 2014 bis 15. Oktober 2014 habe ich folgende Nahrungsergänzungsmittel zu mir genommen:

Täglich: OMEGA -3 1300 hochdosiert von Doppelherz aktiv (vom DM) 1 Kapsel OMEGA-3 KRILLÖL EXTRA von MegaRed (Apotheke) 3 Kapseln (wichtig die KRILLÖL EXTRA, da der EPA und DHA-Gehalt höher ist) MAGNESIUM 500 hochdosiert von Doppelherz aktiv (vom DM) 1 Kapsel VITAMIN D 3 von Kwizda mit 3000.I.E. – wichtig hohe I.E (Apotheke) 1 Tablette CALCIUM + D3 das gesunde Plus (vom DM) 3 Tabletten

Täglich abwechselnd: Braunhirse (Silicium für Knochen) mit Joghurt oder Milch Chia-Samen (Omega 3) mit Milch LOVENOX 40 mg Spritze, Thrombosevorsorge bis vollständiger Belastung des Fußes

Jeden zweiten Tag: Frisch gepresster Saft (0,3 L) von Rote Rüben, Karotten, Äpfel 1 X wöchentlich (zwei Monate)

FOSAMAX 70 mg Tabletten, aus der Apotheke 1 Tablette (vom Orthopäden als Vorsorge für Knochenneubildung verschrieben)

Zusätzlich durchgehend höhere Zufuhr von Schweinefett in Form von Schweineschmalz (zum Kochen, Braten), Aufstriche und auch Fischkonsum mit hohem Omega 3-Gehalt ist sehr wichtig. Kein Alkohol, kein Nikotin

Nur Leitungswasser oder Tee trinken, keine Kohlensäure

Mit Krücken ein bis zwei Monate vollständige Entlastung des Fußes. Wichtig: Es gibt für die Handgriffe der Krücken, zur Schonung der Druckstellen an den Händen Schaumstoff- bzw. Neoprenüberzüge bei den Orthopädiezubehörshops für ca. EURO 10,- pro Stück.

Jeden zweiten Tag Bewegungstraining mit Fuß: Anspannungs- und Dehnungsübungen für Muskel Ober- Unterschenkel, Luft-Radfahren im Liegen Laufend weniger Schmerzen und größere Bewegungsfreiheit

25.09.2014: MR-Befund - vollständige Genesung, Überraschung von allen Seiten.

Heute 15.10.2014 Physiotherapie für Dehnung und langsamer vollständiger Belastung, Radfahren auf Hometrainer täglich, täglich leichte Muskelaufbauübungen, Lovenox heute beendet. In zwei Wochen werde ich noch einen Blutbefund mit Fettsäurestatus machen. Anfang Dezember werde ich zur Kontrolle noch eine MR durchführen.

Nochmals Danke und gute Besserung und Erfolg an Alle.

A.P., Wien

Antwort des Autors an A.P.:

Als ich das Knochenmarködem selbst hatte, suchte ich intensiv nach Erfahrungen anderer Patienten. Aus diesen vielen Erfahrungen und Internet-Recherchen kam ich dann auch zu meinen Schlussfolgerungen. Berichte wie dieser sind daher für Patienten, welche ein KMÖ haben, sehr wertvoll zur Orientierung. Eine KMÖ-Behandlung in Speising halte ich für sehr optimal. Nach meinen Recherchen ist die Orthopädie-Abteilung dort auf allerhöchstem Niveau, wenn nicht überhaupt die beste in Österreich. Die Idee der Ilomedin-Behandlung stammt meines Wissens nach ja von Speising, und ich war als Patient sehr verärgert, dass ich das als Wikipedia-Autor auf Transiente Osteoporose nur ansatzweise einbringen konnte. Ich habe mich nach diesem Ärger wegen der Restriktionen auf Wikipedia entschlossen, mit dieser Knochenmarködem-Seite ein eigenes Gesundheitslexikon zu starten, das ich nun auch inzwischen schon mit vielen anderen Themen laufend weiter ergänze. Ich kenne auch Fälle, wo vom Spital eine Ilomedin-Behandlung (leider) abgelehnt wurde. Schweineschmalz sehe ich auf Dauer als sehr negativ an, abgesehen davon, dass es auch mir sehr gut schmeckt. Man kann sich im Fall langjähriger Gewohnheit, regelmäßig viel Schweineschmalz zu essen, Übergewicht, Herz-Kreislaufkrankheiten, entzündliche Prozesse, Gefäßverschlüsse und Demenz einhandeln. Dass es jedoch kurzfristig die KMÖ-Heilung beschleunigen kann, ist aus meiner Sicht nach meinen gründlichen Recherchen sehr plausibel, obwohl ich es so außerhalb dieser Seite noch nirgends gelesen habe. Die rasche KMÖ-Heilung von A.P. ist jedoch ein Indiz, dass Schweineschmalz kurzfristig bis zu einer KMÖ-Heilung durchaus eine sinnvolle Unterstützung sein kann. Ich habe mich auch schon kurz mit Krill-Öl befasst, bin aber zur Ansicht gekommen, es wären zu wenig Omega-3-Fettsäuren enthalten, und man müsste eine zu hohe Zahl an Kapseln pro Tag einnehmen. Wenn man so einen niedrigen Omega-3-Index wie Sie (vor der KMÖ-Erkrankung) hat, so muss man pro Tag ca. 2000 bis 3000 mg EPA+DHA einnehmen, bis der Omega-3-Index ca. 8% erreicht hat. Die richtige Dosis an zuzuführenden Omega-3-Fettsäuren findet man am besten mit einem Fettsäureprofil heraus. Ziel sollte ein Omega-3-Index von 9-11% sein, ich habe inzwischen einen Omega-3-Index von 12% und nehme jetzt auf Dauer daher nur mehr 1670 mg DHA und 670 mg EPA ein. Ich lasse ca. alle 9-12 Monate ein Fettsäureprofil bei GanzImmun in Mainz machen, und stelle immer wieder Optimierungsmöglichkeiten fest, siehe auch meine Seite Knorpelaufbau, welche ich auch nach gründlicher Recherche erstellte, weil ich auch bei der Abschluss-CT, wo sich zeigte, dass das KMÖ weg war, noch einen Knorpelschaden hatte, der jedoch dann schon kleiner war als am CT-Bild, wo einige Monate zuvor das KMÖ festgestellt wurde. Ich halte es auch für denkbar, dass der Knorpelschden das KMÖ (mit-)verursacht hat. Mein Eicosatriensäurewert (13 mg/l) sollte für einen guten Knorpelaufbau viel höher (Norm 42-98 mg/l) sein. Es gelang mir bisher jedoch trotz Borretschöl-Einnahme nicht, ihn auf hohe Werte anzuheben. Nun forciere ich daher noch die Ölsäure (Olivenöl) und Linolensäure (Distelöl und Traubenkernöl), um den Eicosatriensäurewert hoffentlich doch noch anheben zu können. Die recherchierten Zusammenhänge und Wechselwirkungen dieser Fettsäuren sind sehr kompliziert. Bor ist für Knorpelaufbau auch ein Schlüsselwert und kann leicht optimiert werden, siehe Knorpelaufbau, obwohl dies weitgehend unbekannt ist. Mein Orthopäde hat auch über erstaunlich rasche Erfolge von Braunhirse (mit viel Silizium) bei der Heilung von KMÖ und/oder Knorpelschäden berichtet. Ich selbst habe einen sehr hohen Silizium-Wert im Blut, daher nehme ich keine siliziumhältigen Nahrungsergänzungen ein. Hat man zu wenig Silizium im Blut, so ist eine Ergänzung unbedingt anzuraten, wenn man an Knorpelaufbau interessiert ist.
Die meisten Omega-3-Kapseln haben zu viel EPA und zu wenig DHA, was man dann im Fettsäureprofil feststellen kann. Zu viel EPA im Blut kann sich auch negativ auswirken. Ich habe Hinweise auf höheres Krebserkrankungsrisiko gefunden. Zu wenig EPA ist sehr schlecht, eine sehr hohe lang dauernde Überschreitung des Normbereiches (11-33 mg/l) soll man jedoch auch vermeiden. Ich habe bereits 102 mg/l EPA und immer noch (nur) 54 mg/l DHA (Norm 47-92) im Blut und nehme daher nun "Now Foods, DHA-500, Double Strength, 180 Softgels" von Amazon, das ich heute auch in der Tabelle auf dieser Seite ergänzt habe. Das ist das einzige Produkt, das ich gefunden habe, bei welchem je Kapsel doppelt so viel DHA als EPA enthalten ist: 500 mg DHA und 250 mg EPA. Die Wirkung kontrolliere ich nach einigen Monaten wieder mit einem neuen Fettsäureprofil. Inzwischen gehe ich jeden Tag zwischen 20 und 40 Minuten mit Walking-Stöcken walken, und ich habe das subjektive Gefühl, dass sich die Belastbarkeit am linken Knie ganz langsam wieder normalisiert. Ich habe also den Eindruck, dass meine konsequente Blutwertoptimierung laut Knorpelaufbau mit der täglichen leichten Bewegung mit Walking-Stöcken (und Schuheinlagen mit Außenranderhöhung) den Knorpel tatsächlich in der Belastbarkeit stärken kann und ich hoffe, auch wieder aufbauen kann. Eine CT habe ich seit der KMÖ-Abheilung noch nicht machen lassen, ich denke aber, falls ein Knorpelaufbau überhaupt möglich ist, so muss das ein sich über mindestens 1-2 Jahre erstreckender Prozess sein.

Danke an A.P. für Ihr Feedback, über das ich mich gefreut habe.

A.P. am 19. Nov. 2014:

Betreffend Knorpelschaden: Meine Physiotherapeutin, die sehr sehr kompetent und auch wissenshungrig ist (laufende Weiterbildung etc.), hat in Gesprächen mit anderen Therapeuten bei internationalen Seminaren festgestellt, dass z.B. nach oder während der Ausheilung von Knochenmarködemen oder anderen Gebrechen, wo eine volle Entlastung des Fußes oder Beines erforderlich war, von den Orthopäden eine zu frühe bzw. zu schnelle Teil- und Vollbelastung gefordert wird. Dadurch kommt es oft zu Knorpelschäden, da der Knorpel durch die Entlastung sehr weich und verletzlich ist. Eine sehr langsame Teil- und Vollbelastung ist daher unbedingt einzuhalten. Nach meinem Erstbefund “Knochenmarködem Oberschenkelhals und –kopf “ hatte ich 1 1/2 Monate Vollentlastung (mit zwei Krücken). Danach ca. 1 Monat Teilentlastung (eine Krücke), bzw. nach zwei Wochen zu Hause kurze Strecken ohne Krücke und auswärts mit Krücke. Weiters ist auf jeden Fall eine Physiotherapie zu empfehlen. Abgesehen von den Muskel-aufbauenden Übungen ist die Mobilisierung für die Gelenke sehr wichtig.

Habe seit 2 Jahren KMÖ in 2 Knien, 2 Sprunggelenken & Wirbelkörpern (18.12.2014)

Anna C.M. am 18. Dez. 2014

Sehr geehrter Autor, vielen lieben Dank für den wirklich allerbesten Artikel im Internet, den man über das Knochenmarködem finden kann. Ich selbst habe seit über zwei Jahren unverändert Knochenmarködeme in beiden Knien, beiden Sprunggelenken und einigen Wirbelkörpern. Ich bin mittlerweile selbst Profi. Ilomedin ohne Erfolg, Prolia ohne Erfolg. Nun Entlastungsbohrungen bevor die Nekrose eintritt. Wirklich vielen lieben Dank für die Infos.
Mit freundlichen Grüßen
Anna C.M.
Von meinem iPhone gesendet

Antwort des Autors am 19. Dez. 2014 an Anna C.M.:

Krankengeschichten wie Ihre machen mich sehr sehr betroffen. Da ich Fälle kenne, bei welchen Ödeme immer wieder abklangen und dann wieder an einem anderen Gelenk kamen, und da ich beim Warten in der Othopädieambulanz auch viele Patienten kennenlernte, bei welchen mehrere Gelenke betroffen waren, erschien es mir sehr notwendig und logisch, nach einer gemeinsamen Ursache zu recherchieren, obwohl ja die Ärzte in meinem Fall sagten, es wäre ein idiopatisches Knochenmarködem. Idiopatisch heißt eben laut Ärzten Ursache unbekannt mit der (brutalen jedoch irgendwie korrekten) Schlussfolgerung, demnach könne man eben auch die Ursache nicht behandeln. Damit wollte ich mich überhaupt nicht abfinden. Jede auch unsichere Ursache sollte man bekämpfen, wenn dies nicht selbst Schaden anrichtet. Ich habe mich sehr bemüht, alles was recherchierbar war, hier auf dieser Seite niederzuschreiben. Damit hat man viele Ansätze, die man verfolgen kann. Man sollte es in Anbetracht der brutalen Folgen im Misserfolgsfall auch sehr gründlich machen. Über seriös recherchierte Zusammenhänge hinaus möchte ich jedoch nichts Spekulatives hinzufügen. Mich freut es sehr, wenn meine Informationen auch anderen Betroffenen helfen. Nekrose (Morbus Ahlbäck) ist genau das, was ich mit allen meinen Recherchen vermeiden (helfen) wollte. Falls Sie Ihre Blutwerte schon optimiert haben (Omega-3-Index sollte zur KMÖ-Bekämpfung unbedingt 11-12 % sein, Calcium und Vitamin D im Blut sollte wie oben beschrieben hoch sein), dann fällt mir nur noch die ambulante monatliche Infusion mit Bisphosphonaten ein, welche angeblich im Osteoporosezentrum München am Dom [2] erfolgreich angewendet wird. Hätte es auch für aussichtsreich gehalten, dass man gleich diese Therapie statt mit Ilomedin macht. Das hätte ich versucht, wenn das KMÖ bei mir nicht nicht abgeklungen wäre. Als Nachteil sehe ich, dass man dabei nach München muss, wo man sich offensichtlich darauf schon spezialisiert hat. Wenn man schon mehrere KMÖs wie Sie hat, ist jedoch vermutlich auch das Reisen nicht mehr gut möglich. Entlastungsbohrungen habe ich nur an Hüften als gute Möglichkeit in Erinnerung, an Knien oder Wirbelkörpern hätte ich kein gutes Gefühl dabei, da es ja als sanftere Alternative Berichte über sehr gute Erfolge mit ambulanten monatlichen Infusionen mit Bisphosphonaten gibt, speziell, wenn die KMÖs frühzeitig behandelt werden. Ich wünsche Ihnen sehr, dass es Ihnen und Ihren Ärzten gelingt, Ihre KMÖs in den Griff zu bekommen. Sollte es gelingen, würde dies natürlich auch andere Betroffene interessieren, wie das möglich ist. Im Fall einer Information durch Sie würde ich es auch hier berichten.

KMÖ in der Ferse, Borreliose Stadium 3, Cortison, Ibu 600, CLL Stadium 1 (29.12.2014)

Lieber Autor
....dieses wunderbaren Artikels für verzweifelt Hilfesuchende wie mich. Seit März 2014 hatte ich zunehmend Schmerzen beim Laufen und dann auch nachts. Stechend, mal hier, mal da an der Ferse. Da ich seit Anfang des Jahres wusste, ich habe Borreliose Stadium 3 , dachte ich, es sei ein neuer Schub. Der letzte war Weihnachten 2013 im OSG der gleichen Seite. Urplötzliche stechende Schmerzen 14 Tage lang, dann war es verschwunden, so plötzlich wie es gekommen war. Jedenfalls, als im März der Schmerz nicht nachließ, tippte man auf Fersensporn. Röntgen: negativ. Trotz allem, 6x Röntgenreizbestrahlung: negativ.

Mein Hausarzt schickte mich zum MRT im Juli, da wurde KMÖ diagnostiziert: "Ja, machen kann man da nix, das vergeht von allein". Leider wurde es immer schlimmer. Beruflich laufe ich sehr viel als R... mit Nacht- u. Wochenend-Diensten. Cortison 5 Tage /120mg brachte auch nichts. Drei Orthopäden meinten, erneute Röntgenreizbestrahlung wäre sinnvoll - das ließ ich. Ein MRT im November zeigte, dass es schlimmer geworden ist. Nun hab ich zum Internisten gewechselt, der mir seit 16.12. Schonung, Einlagen und 3x tägl. Ibuprofen 600 verordnet hat. Aber all das bringt mich nicht weiter. Im Gegenteil, durch die Entlastung des einen Beines ist nun der andere Fuß betroffen und schmerzt schon manchmal in der Nacht. So langsam bekomme ich Angst, dass es nie mehr was wird mit dem Laufen. Ich wäre sehr, sehr glücklich und dankbar, einen erfolgreichen Tipp und somit schnellstmögliche Heilung zu erhalten. Seit April 2013 weiss ich, dass ich CLL Stadium 1 habe.

Mit freundlichen Grüssen
Renate S.

Antwort des Autors von Sana Vita am 1. Jan. 2015 an Renate S.:

Auf Borreliose als eine von vielen möglichen Ursachen eines KMÖ bin ich bei meinen Recherchen auch gestoßen. Auch ich hatte 2 Jahre eine Rötung über der KMÖ-Stelle und hatte diesen Verdacht. Ein Borreliose-Bluttest war bei mir nicht ganz eindeutig, jedoch hatte ich eher keine oder eine lang zurückliegende Borreliose. Erfolgversprechend ist eine Borreliose-Therapie meist nur bei frischer Infektion bis zum Stadium I.

 Ein KMÖ kann man im Röntgen nicht erkennen, nur im MRT. Dass ein KMÖ von allein vergeht, halte ich in den meisten Fällen für einen Irrtum, vor allem dann, wenn eine oder mehrere der folgenden behandelbaren Ursachen vorliegen:
  • Borreliose,
  • Thrombozytenaggregation (zu dickes Blut) durch einen zu geringen Omega-3-Index oder
  • Thrombozytenaggregation (zu dickes Blut) durch einen zu geringen Magnesiumspiegel im Blut oder
  • Thrombozytenaggregation durch zu wenig Erzeugung von körpereigenem Prostazyklin bzw. Prostacyclin (Prostaglandin I2 oder PGI2), rasch behebbar durch Ilomedin-Infusion, wobei die rasche Wirkung jedoch mit nachhaltiger Omega-3-Index-Erhöhung und Magnesium-Nahrungsergänzung z.B. auch mit Rogaska Donat Heilwasser auf Dauer abzusichern ist
  • Hemmung der Erzeugung von körpereigenem Prostazyklin durch inflammatorische Schmerzmittel wie Ibuprofen (Ibu 600 ist schon ziemlich stark)
  • Hoher Cortisolspiegel durch Stress oder Kortison-Medikamente
  • Mechanische Über-Belastung der KMÖ-Stelle mit Entlastungsmöglichkeit durch erhöhende Einlagen an der Seite, wo das KMÖ nicht ist
  • Mangel an Bor, Calcium, Zink oder Vitamin D, feststellbar in Blutwerten: dies schädigt/schwächt alle Knochen und Gelenke, Bormangel führt zu Arthrose, Zink-Ergänzung bringt Ekzeme zum Verschwinden, Vitamin D wirkt wie auch Coenzym Q10 präventiv gegen zahlreiche Krebsarten.
  • Mangel an Eicosatriensäure (Omega-6-Fettsäure) im Blut, feststellbar im Fettsäureprofil: dies schädigt Knorpel
Alle diese Ursachen bewirken leider im Fall der Nichtbehebung, dass es viele KMÖ-Fälle gibt, wo Knochenmarködeme an einer anderen Stelle wieder neu auftreten (Rezidive), wenn sie an einer Stelle abgeklungen sind. Auch bei Ihnen ist ja "durch die Entlastung des einen Beines" nun der andere Fuß betroffen. Ich halte jedoch auch die noch vorhandene nicht systematisch genug eliminierte gemeinsame Ursache (laut Aufzählung oben) für eine mögliche (Mit-)Erklärung, dass nun ein anderes Gelenk betroffen ist. Ich kenne einen KMÖ-Fall, wo es sogar 5-6 mal zu Rezidiven kam und die Ärzte dann ziemlich ratlos waren. Diese von mir beobachteten KMÖ-Phänomene brachten mich darauf, so systematisch nach möglichen gemeinsamen Ursachen zu suchen, welche alle Gelenke gemeinsam betreffen. Ich kenne einige Fälle, wo sich das über 2-3 Jahre so hingezogen hat. Das ist dann besonders deprimierend und frustrierend für die darunter sehr leidenden Patienten. Eine Folge kann auch die Notwendigkeit einer Gelenksendoprothese sein.
In Ihrer Krankheitsgeschichte habe ich nicht gelesen, dass Sie Ihren Omega-3-Index messen ließen. Der Omega-3-Index und der Bor-Wert im Blut müssen bei KMÖ unbedingt festgestellt werden. Der Omega-3-Index ist wie die Eicosatriensäure Teil des Fettsäureprofils, das bei GanzImmun in Mainz für ca. 48 € sehr gut gemacht werden kann. Einen Musterbefund für ein Fettsäureprofil von GanzImmun Diagnostics AG in Mainz finden sie in Einzelnachweis [34]. Den Bor-Wert im Blut kann man erst seit 2013 (und nur) bei GanzImmun Diagnostics AG in Mainz feststellen lassen. Falls der Omega-3-Index kleiner als 11% ist, müssen so viele Omega-3-Fettsäuren zugeführt werden, dass er 11-12% erreicht. Das bedeutet eine Umstellung der Ernährung auf Dauer und hat viele andere sehr positive Nebenwirkungen.
Ein relativer Mangel an ungesättigten Fettsäuren kann eine reduzierte Membranfluidität nach sich ziehen. Als Folge binden Hormone wie Östrogen, Progesteron und Angiotensin stärker an die Membranrezeptoren, während das Rezeptorbindungsvermögen von Insulin und Serotonin sinkt. Dies kann mit Erkrankungen wie Brustkrebs, PMS, Hypertonie, Diabetes mellitus und Depressionen assoziiert sein. Ungesättigte Fettsäuren wie die Docohexaensäure (DHA) erhöhen die Fluidität und erhalten die Funktionsfähigkeit. Da die Beweglichkeit der Zellmembranen in unmittelbarem Zusammenhang mit der zerebralen Leistungsfähigkeit sowie den neuronalen Funktionen steht, kommt den ungesättigten Fettsäuren eine hohe präventivmedizinische Bedeutung für neurodegenerative Erkrankungen wie M. Alzheimer, M. Parkinson, Multipler Sklerose und Demenz zu.[34]
Auch die Feststellung des 25-OH-Vitamin-D3-Spiegels, des Magnesiumspiegels und des Calcium-Spiegels im Blut muss erfolgen, um dann diese Werte durch Nahrungsergänzung auf hohe Werte (bezogen auf den Normbereich) zu bringen. Auch den Zink-Spiegel festzustellen und auf hohe Werte zu bringen, kann sich nur günstig auswirken. Zink darf man jedoch nicht (auf zu hohe Blutwerte) überdosieren. Meist wird eine Ilomedin-Infusion in einem darauf spezialisierten Krankenhaus gemacht und bringt im Fall zu hoher Thrombozytenaggregation und frühzeitiger Anwendung Erfolge. Sie sollten das nur in einem Krankenhaus machen lassen, wo gute Erfahrung damit besteht. Alternativ dazu wird auch über sehr gute Erfolge mit ambulanten monatlichen Infusionen mit Bisphosphonaten berichtet (München [2]), speziell, wenn die KMÖs frühzeitig behandelt werden. Ibuprofen halte ich für sehr kontraproduktiv, weil es das körpereigene Prostazyklin reduziert, das bewirkt also genau das Gegenteil, was man mit Ilomedin-Infusionen beim KMÖ meist erfolgreich erreicht. Auch Cortison ist kontraproduktiv, weil ja eine KMÖ- und Morbus Ahlbäck-Ursache ein erhöhter Cortisolspiegel ist. Aus meiner Sicht ist es kein Wunder, dass das KMÖ nicht verschwindet, wenn bei möglicherweise zu niedrigem Omega-3-Index, möglicherweise Vitamin D-Mangel, möglicherweise Bor-Mangel, möglicherweise Calcium-Mangel auch noch Ibuprofen 600 und Cortison gegeben wird. Zur Schmerzbehandlung wäre vorübergehend das Opioid Tramal 50mg geeignet, bis das KMÖ verschwunden ist, da das nicht das körpereigene Prostazyklin reduziert, wie dies Ibuprofen macht. Auch Tramal hat als Opioid Nachteile, welche jedoch (nur) während eines bestehenden KMÖ eher in Kauf genommen werden können als jene von Ibuprofen, das ja ein Abklingen eines KMÖ verhindert, wenn zu wenig Erzeugung von körpereigenem Prostazyklin die Ursache ist. Schonung und Entlastung ist während eines KMÖ richtig und notwendig, und muss so vollständig gemacht werden, dass bei jedem Schritt ein Blatt Papier unter dem Fuß durchgezogen werden kann. Obige Empfehlungen müssen noch von einem CLL-kundigen Fach-Arzt geprüft werden, ob dabei auch wegen Ihrer Erkrankung an CLL keine Gründe oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten dagegen sprechen. Da man damit jedoch nur Mangelzustände nebenwirkungsarm optimiert, würde ich eher meinen, auch bei CLL sollte nichts dagegen sprechen. Bei Zuführung von Omega-3-Fettsäuren und Erhöhung des Omega-3-Index muss man sich bewusst sein, dass das leicht blutverdünnend wirkt. Genau dadurch kann ja "zu dickes Blut" als KMÖ-Ursache ausgeschaltet werden. Nimmt man andere Medikamente zur Blutverdünnung, so müsste man damit vorsichtig sein. Die Omega-3-Index-Erhöhung z.B. durch Essen von mehr Lachs oder Fischöl hat jedoch vermutlich weniger Nebenwirkungen als die Blutverdünnung mit Medikamenten.
Mögliche Ursachen von CLL-Erkrankungen (Chronische lymphatische Leukämie):
CLL muss fachärztlich behandelt werden. Welche Behandlung in welchem Stadium angezeigt ist, ist vom darauf spezialisierten Facharzt vorzugeben. Zusätzlich ist alles wertvoll, was ohne nachteilige Nebenwirkungen mögliche Ursachen ausschalten kann. Die Studien von Dr. Philippa Darbre (GB) haben bewiesen, dass Aluminium bei Injektion in Brustzellen im Reagenzglas rasch metastasierenden Brustkrebs auslöst. Die Forscher Manello, Getana, Tonti und Darbre fanden gemäß einer Studie aus dem Jahr 2009 auch erhöhte Konzentrationen von Aluminium in Brustkrebs-Gewebeproben von Frauen.[37]. Glyphosat bewirkt auch Leukämie. Da mich in meiner beruflichen Umgebung mehrere Krebsfälle sehr betroffen machten, habe ich auch das Ergebnis von Recherchen dazu in Vita Sana publiziert, jedoch noch nicht so tiefgehend wie beim Knochenmarködem, von dem ich ja selbst betroffen war. Dass Aluminium auch Leukämie bewirkt, habe ich bisher noch nicht gelesen, aber sollte man zu viel Aluminium im Blut haben, so hat man laut Dr. Philippa Darbre ein Brustkrebsrisiko und laut Zentrum der Gesundheit zerstört Aluminium auch alle Gewebe im Körper[7]. Zu viel Aluminium im Körper würde demnach also auch gute Rahmenbedingungen für gesunde Knorpel gefährden. Ich bin ein Gegner des viel zu intensiven Einsatzes von Glyphosat in der Landwirtschaft. Ein hoher Prozentsatz von Menschen hat leider bereits Glyphosat im Harn, in Österreich ca. 30%, in Deutschland, wo ja sogar das Totspritzen von Getreide mit Glyphosat noch erlaubt ist, haben sogar 80% der Menschen Glyphosat im Harn. Lesen Sie dazu das Ergebnis meiner Recherchen über Aluminium und Glyphosat in diesem "Gesundheitslexikon" Vita Sana. Was könnten sie diesbezüglich tun? Aluminium im Blut feststellen lassen (auch bei GanzImmun Mainz, jedoch mit speziellen Blutröhrchen, welche bei GanzImmun angefordert werden müssen). Ist der Aluminium-Wert im Blut in Ordnung, so können Sie das Thema Aluminium abhaken. Wenn nicht, dann muss Aluminium im Körper reduziert werden, denn es wirkt laut Prof. Christopher Exley, einem Aluminium-Experten der Keele University (GB) im menschlichen Körper toxisch. Glyphosat könnten Sie eventuell im Harn messen lassen. Glyphosat bei der Ernährung zu vermeiden, ist sehr schwierig. Man kann nur wie ich hier in diesem Lexikon mit zahlreichen Studien dafür argumentieren, dass unnötig hoher Einsatz verboten wird. Glyphosat ist im Getreide und im Brot, das sie täglich kaufen. Menschen am Land sind aus meiner Sicht mehr betroffen als Menschen in den Städten. In Ihrem Fall mit CLL würde ich nur mehr BIO-Brot kaufen. Die AK in Linz in Oberösterreich hat im November 2014 festgestellt, dass in BIO-Gebäck die Glyphosat-Grenzwerte nicht überschritten wurden. Wegen CLL lesen Sie auch das Ergebnis meiner Recherchen über Krebs (Medizin) und Krebsprävention. Ich trage dort zusammen, was Ursachen sein könnten, welche man auch systematisch bekämpfen kann und sollte, ohne Gewissheit zu haben, dass das auch ausreicht. Ich habe nun anlässlich Ihres Falles (Knochenmarksödem und CLL) noch über Zusammenhänge zwischen anderen Knochenmarkserkrankungen und Leukämie recherchiert und als erstes Ergebnis die beiden Kapitel Benzol wirkt toxisch auf das blutbildende Knochenmark und ist krebserzeugend für den Menschen und Berufliche Benzolexposition kann toxische Knochenmarksdepression und Leukämie hervorrufen weiter oben auf dieser Seite ergänzt. Diese Zusammenhänge sind sehr kompliziert. Ich halte aber nun auch eine starke Benzol-Exposition für eine mögliche Ursache von CLL. Über die Abgrenzung zwischen toxischer Knochenmarksdepression und Knochenmarksödem könnten im Fall der kombinierten Diagnose Knochenmarksödem UND CLL Zweifel aufkommen. Trotzdem kann es kein Fehler sein, die oben beschriebenen Vorsorgen gegen KMÖ zu machen, weil die meisten nebenwirkungsfrei oder -arm sind. Zusätzlich muss nach möglichen Ursachen von CLL gesucht werden. Diese müssen jedenfalls dann, wenn ohne Nachteile möglich, ausgeschaltet werden. Schaltet man die Aufnahme von Aluminium, Glyphosat und Benzol in den Körper aus, so kann das bei KMÖ mit CLL nur nützlich sein, wenn auch nicht sicher ist, ob es auch ausreicht, um die Erkrankungen zu stoppen.
Die erfolgreiche KMÖ-Bekämpfung besteht also aus sehr konsequenter Bekämpfung aller möglichen einzelnen Ursachen. Ich wäre zuversichtlich, dass das KMÖ abklingen sollte, wenn sie das alles konsequent machen. Alles Gute dazu für 2015!

KMÖ im Talus/Sprunggelenk, Schmerzen & Schwellungen nach Entlastungsbohrung (19.6.15)

Lieber Autor, vielen Dank für die sehr ausführliche und gut recherchierte Seite über das Knochenmarködem. Ich habe ein KMÖ im Talus/Sprunggelenk, Ursache unbekannt. Es wurde eine Entlastungsbohrung durchgeführt, danach 6 Wochen komplette Entlastung auf Krücken. Im Anschluss musste ich wieder belasten (im Nachhinein frage ich mich, ob das nicht zu schnell gefordert wurde vom Orthopäden) - nach 3 Wochen konnte ich nicht mehr gehen vor Schmerzen und dicken Schwellungen, sodass ich nichtmal mehr in breiten Schuhen Platz hatte.

Das nächste MRT zeigte, dass sich das zuerst eher lokale KMÖ im Talus ausgedehnt hatte und nun auch das Fersenbein und die Tibia betroffen war, alles Bereiche, wo OP-technisch überhaupt nichts gemacht wurde. Nun habe ich bereits Ilomedin und Prolia (Bisphosphonat) hinter mir und warte auf das nächste MRT, ich ergänze seit der Ilomedin Infusion alles was auf dieser Seite angeführt wird (außer Schweineschmalz) und hoffe, dass ich dadurch einen Beitrag leisten kann, dass meine KMÖs verschwinden.

Omega 3 Wert im Fettsäure Status ergab bei mir einen Wert von 2% was schon extrem niedrig ist, hängt damit zusammen, dass ich keinen Fisch esse. Die Alpha-Linolsäure war im Fettsäurestatus hingegen extrem hoch (Leinölkonsum). Mein Vitamin D3 Wert lag bei 20mg/l ebenfalls nicht sehr berauschend. Ich supplementiere nun beides seit 4 Wochen.

Ein paar Ergänzungsvorschläge hätte ich in Punkto Omega 3: Vegetarier oder Veganer werden sich wahrscheinlich fragen ob sie jetzt Fischkapseln oder Fisch essen müssen. Es gibt jedoch auch Kapseln aus Algenöl (mit DHA und EPA) in ähnlicher Konzentration wie die größeren Fischöl Kapseln. Es gibt auch Leinöl, wo Algenöl zugesetzt wird oder Margerine mit Algenöl in Reformhäusern zu kaufen. DHA und EPA lagert sich im Köper des Fisches ab, weil er Algen aufnimmt. Beim Algenöl wird das DHA und EPA direkt aus den Algen gewonnen. Algenöl Kapseln: http://www.veganversand.at/artikel/opti3-omega3-kapseln (Nur als Beispiel es gibt verschiedene Präparate.)

Ich habe auch die neue Ergänzung über die HBO Therapie gelesen, das wäre das nächste was ich versuchen würde. In Österreich gibt es, so viel ich weiß, nur eine einzige Druckkammer und die ist im LKH Graz. Vielen Dank nochmals für das Aufbauen und Aktualisieren dieser Seite, es ist wirklich sehr hilfreich. Bis jetzt bin ich keinem Arzt begegnet der davon wirklich Ahnung hatte besonders im Hinblick auf Ernährung und Nahrungsergänzung schweigen sich die Ärzte weitgehend aus. Es kommt einem so vor, als würden nur Symptome behandelt und keine Ursachenforschung betrieben.

MFG Sarah

Antwort des Autors an Sarah am 22.6.2015:
Hallo Sarah!

Auch bei mir war die Ursache "unbekannt" - idiopatisch. Daher machen Ärzte keine ursächliche Behandlung. Logisch und doch nicht zufriedenstellend. Ich denke, eine Entlastungsbohrung ist eher für das Hüftgelenk. Hätte mich nicht getraut, mich beim Knie dazu zu entschließen. In den ersten 6 Wochen halte ich den Rollstuhl für am besten geeignet, sonst gelingt eine Vollentlastung nicht wirklich. 6 Wochen nachher ging ich schon ohne Krücken arbeiten (im Büro), Statt Stiegen benützte ich die nächsten Wochen den Lift. Ihr Fall ist das erste mir bekannte Feedback mit Bohrung. Die meisten trauen sich das nicht.

Ihre niedrigen Werte beim Omega-3-Index und Vit.D sehe ich positiv, weil sie einen Ansatz für eine sehr gut machbare nachhaltige Verbesserung bieten. Das war nämlich vermutlich die Ursache Ihres KMÖ. Damit kann man dann auch ursächlich was dagegen tun und zwar ein Leben lang. Mein Omega-3-Index ist inzwischen 12% wie bei Eskimos oder Japanern. Ich habe schon mehrere Fettsäureprofile machen lassen, ca. alle 12-18 Monate. Ich optimiere alle einzelnen Fettsäuren.

Ähnliche wie die von Ihnen genannten Algenölkapseln wurden mir gerade letzte Woche von einem Arzt genannt, der mich um meine Meinung dazu fragte, jedoch mit 500/250 mg DHA/EPA. Sehr positiv ist mehr als 2x soviel DHA wie EPA, sonst wird EPA im Blut zu viel. Ich hätte bei Algen Bedenken wegen Schwermetallen. Bei dem Fischöl-Produkt von Amazon aus Peru, das ich nehme (now DHA-500 mit 250 EPA) , steht auf der Packung, es wäre geprüft frei von Schwermetallen und PCB. Ich nehme auch täglich ca. 60-80 g norwegischen Lachs aus Aquakultur mit 10,2 g Fett je 100g. Da der Lachs aus Aquakulturen kommt, ist dort kein Schwermetall drin. Ich habe jedoch gelesen, dass man bei Lachsen aus Aquakulturen leider etwas Glyphosat nicht ganz ausschließen kann. Viel gefährlicher als ein bisschen Glyphosat ist jedoch ein Omega-3-Index von nur 2%. Ich bekomme zum Thema schon sehr viele Zuschriften, sodass es schon schwierig ist, alles einzuarbeiten, wie ich es bei der Sauerstofftherapie nach einem Hinweis tat. Leinöl kann nur ein Baby in DHA umwandeln, ein Erwachsener nur zu 5-10%. Das Wichtigste ist DHA, Leinöl (bei KMÖ) eher nicht. Bei Omega-3-FS ist generell sehr auf Frische zu achten, sonst besteht unter Umständen auch Krebsgefahr. Sehr wichtig bei Knorpelproblemen ist ein ausreichend hoher Wert der Eicosatriensäure im Fettsäureprofil von GanzImmun AG Mainz und zusätzlich eine Bestimmung von Bor im Blut (auch bei GanzImmun AG Mainz). Ich ergänze daher Borretschöl, Distelöl, Traubenkernöl und High Oleic Sonnenblumenöl (Rapunzel Brat- und Backöl von Denn's BIO-Markt). Bis die Ergänzungen im Blut messbar sind, dauert es Monate und nochmals Monate, bis das im Knochen / Knorpel wirksam wird. Siehe auch meine Seite Knorpelaufbau .

Der Informant der HBO-Therapie aus München nahm selbst Abstand von der HBO-Therapie, sie ist sehr aufwendig, ich würde sie daher auch nicht machen.

Mit freundlichen Grüßen
Alles Gute und viel Geduld!

KMÖ im Talus/Sprunggelenk, alles wieder OK nach Entlastungsbohrung & Om-3-Index-Anhebung (3.7.2015)

Lieber Autor,
spät aber doch melde ich mich zu Ihrem Mail (vom 22.6.2015) retour! Erst einmal danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben, mir zu schreiben und danke für die äußerst nützlichen Tipps und vor allem Ihre Meinung. Die Meinung von anderen Betroffenen ist extrem hilfreich!

Ich schreibe heute, da ich gestern meinen MRT Kontrollbefund abgeholt habe. Mein sehr intensives und weit ausgebreitetes KMÖ im Knöchel hat sich in allen Knochen fast komplett zurückgezogen, es waren nur mehr kleine Reste nachweisbar an den Stellen wo das Ödem besonders stark vorhanden war und an den Bohrkanälen, die von der Bohrung noch zu sehen waren. Im Großen und Ganzen ein Traumbefund! Mein Vitamin-D-Spiegel ist jetzt im Normalbereich, mein Omega-3-Index ist in 5 Wochen von 2% auf 9,5% angestiegen.

Mein Orthopäde, der auch die Bohrung vornahm, war positiv überrascht über diesen schnellen Heilungsverlauf und freute sich fast noch ein bisschen mehr als ich. *g*
Meinen Bericht über die Nahrungsmittelergänzungen, die ich ja eigenständig vorgenommen hatte, hat er sich aufmerksam angehört. Das war nicht bei allen Ärzten so, die meisten rieten mir nämlich ab und meinten, das würde sowieso nichts bringen, und es wäre nur teuer. Ich hab darauf aber einfach nichts gegeben, weil ich ja die Informationen auf Ihrer Seite bereits kannte und mir dachte, dass ich mir damit ja nicht schaden kann, wenn ichs trotzdem versuche. Ich werde die Ergänzungen noch für eine längere Zeit fortführen und dann ein wenig zurückschrauben.

Schwellungen treten bei mir nun (fast) gar nicht mehr auf, diese waren wohl von dem extrem starken Knochenmarksödemen bedingt, da es auch an Stellen geschwollen, war wo OP-technisch gar nichts gemacht worden war. Gerne können Sie Auszüge meiner Mails online stellen. Eine Bohrung sollte man sich gut überlegen, ich bin mir im Nachhinein nicht sicher, ob die Bohrung bei mir viel gebracht hat, wahrscheinlich wäre es besser gewesen, zuerst die konservativen Therapiemethoden auszuschöpfen und dann erst zu operieren. Aber das anfängliche Ödem lag bei mir an einer äußerst ungünstigen Stelle direkt unter dem Knorpel und der Knorpel hatte aus diesem Grund auch schon einen leichten Schaden genommen. Insofern war es vielleicht auch nicht falsch, die Bohrung als erstes machen zu lassen, da dann das Ödem (zumindest an der Stelle) schneller entweichen konnte. Bei dünnen Knochen sollte natürlich nicht gebohrt werden oder wenn durch die Bohrung die Stabilität gefährdet werden würde. Ich denke, dass das aber ein erfahrener guter Chirurg sicher beurteilen kann ob es Sinn machen würde oder eher nicht. Generell sollte bei einer OP immer kritisch nachgefragt werden ob sie wirklich notwendig ist, weil jeder Eingriff - egal wie klein er ist - auch das Risiko eines Morbus Sudeck (CRPS) birgt. Diese Erkrankung wurde bei mir auch eine Zeit lang vermutet, was sich aber zum Glück nicht bestätigt hat.

Ich hab mir auch Ihre Seite über den Knorpelaufbau mehrmals durchgelesen und ergänze auch hier sehr viel in der Nahrung. Ich denke, dass sich auch das lohnen wird! Alles in allem hat es sich wirklich ausgezahlt, auf ihrer Seite zu lesen. Ich hoffe, Ihre Seite bleibt noch ewig bestehen, um weiter Betroffenen zu helfen, denn das tut sie definitiv! Eine Bewertung habe ich bereits abgegeben.

Freundliche Grüße
Sarah

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Siehe auch

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Filip Gemmel, Hugo C. Van Der Veen, Willem D. Van Schelven, James M. P. Collins, Isabelle Vanneuville, Paul C. Rijk: Multi-modality imaging of transient osteoporosis of the hip Acta Orthopædica Belgica 2012, Band 78, Seiten 619-627, from AZ Alma,Campus Sijsele, Belgium, University of Groningen, and Medisch Centrum Leeuwarden,The Netherlands; PDF-Datei 306 kB, 9 Seiten
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 2,7 2,8 Knochenmarködem: Pathogenese, Diagnostik und Therapie von Prof. Dr. Reiner Bartl, Osteoporosezentrum München am Dom, Kaufingerstr. 15, 80331 München, veröffentlicht in Orthopädie & Rheuma 2011; 14 (10); Seiten 22-26; PDF-Datei 501 kB
  3. 3,0 3,1 Das Knochenmarködem – Differentialdiagnose und Therapie, Autor Nicolas Aigner Orthopädisches Spital Wien-Speising , Sommerschule Bregenz 2010, PDF-Datei 1.32 MB, 41 Seiten
  4. Arzneimittelinformationen Ibuprofen AL 600 Filmtabletten
  5. 5,0 5,1 WikiBooks: Pharmakologie und Toxikologie: Analgetika
  6. "Der Einfluss des Marathon-Laufes auf knöcherne Strukturen" von Alfred Engel, Helmar Stiegler, Christian Berger, PDF-Datei mit 273kB und 3 Seiten
  7. 7,0 7,1 Zentrum der Gesundheit: Aluminium in Lebensmitteln meiden: Wissenschaftler sind sich einig, Aluminium ist für jede Lebensform bedrohlich, da es sämtliche Formen von Gewebe schädigt. Auch Knochenweiche und Knochenmasseverlust sowie Nieren- und Gewebeschäden lassen sich häufig auf das Leichtmetall zurückzuführen, zuletzt aktualisiert am 15. Dez. 2014
  8. "Faszinierend und schockierend“: Der Aluminium-Experte Christopher Exley glaubt, dass mit der Frei­setzung von Aluminium aus der ­Erdkruste eine moderne Büchse der Pandora geöffnet wurde, profil online, 23.11.2012
  9. 9,0 9,1 9,2 9,3 9,4 9,5 Merkblatt zur Berufskrankheit Nr. 1318 "Erkrankungen des Blutes, des blutbildenden und des lymphatischen Systems durch Benzol", Bekanntmachung des BMAS vom 30.12.2009 – IVa4-45222-1318 - GMBl 5/6/2010, S. 94 ff., herausgegeben vom Ärztlichen Sachverständigenbeirat “Berufskrankheiten” beim deutschen Bundesministerium für Arbeit und Soziales, 12.02.2010, PDF-Datei mit 109 kB und 10 Seiten
  10. 10,0 10,1 10,2 10,3 Sport- und Ernährungsmediziner Dr. Rudolf Ziegler (Heppenheim): Empfehlungen bei Knochenmarködem bzw. Morbus Ahlbäck
  11. Wikipedia: Transiente Osteoporose, abgerufen am 6. Juli 2015
  12. 12,0 12,1 Dissertation von Thorsten Schmidt 2009: Infusion, Hüftkopfanbohrung oder Infusion nach Hüftkopfanbohrung in der Behandlung der atraumatischen Hüftkopfnekrose (FKN) und des Knochenmarködemsyndroms, Lehrstuhl für Orthopädie des Klinikums der Universität Regensburg | PDF-Datei mit 1.3 MB und 76 Seiten
  13. Dr. Nicolas Aigner, Wien-Speising: Erfolgsquote mit Ilomedin 90%
  14. 14,0 14,1 Prostaglandin E1 beim ischämischen Knochenmarködem: Prostavasin hat weniger Nebenwirkungen hat als Iloprost, Dr. Kuschnig, Klagenfurt, 13.4.2007, abgerufen am 6. Juli 2015
  15. Kibbi L., Touma Z., Khoury N., Arayssi T.: Oral biphosphonates in treatment of transient osteoporosis. Clin. Rheumatol 2008 ; 27: 529-532, PMID:17938988.
  16. 16,0 16,1 16,2 16,3 HBO bei aseptischer Knochennekrose, Morbus Ahlbäck und Knochenmarködem: Schmerzen verringern und Gelenkersatz vermeiden, Regina Müller - Hyperbares Sauerstoff-Zentrum Consulting GmbH, Karlstraße 42, 80333 München, abgerufen am 9.6.2015
  17. 17,0 17,1 Die Behandlung des KMÖS - Osteonekrose, Indikationen, Behandlungsstrategien und klinische Langzeitergebnisse 1999 bis 2011 Update und erstes 5-Jahres Follow up bei der Behandlung des KMÖS am Kniegelenk. Johannes von Reumont, Anke Fabian. Druckkammerzentrum Heidelberg 2011, 21. Mai 2012, PDF-Datei, 521 kB, 8 Seiten
  18. EK 1 b-Studie: Camporesi EM, Vezzani G. Hyperbaric Oxygen Therapy in Femoral Head Necrosis.J Arthroplasty 2010-09-25 (6 Suppl.): 118-123
  19. 19,0 19,1 Wikipedia: Hyperbare Oxygenierung, abgerufen am 9.6.2015
  20. Bitterman N. CNS oxygen toxicity. Undersea Hyperb Med 2004; 31(1):63-72. PMID 15233161 Volltext
  21. Hampson N, Atik D. Central nervous system oxygen toxicity during routine hyperbaric oxygen therapy.] Undersea Hyperb Med 2003; 30(2):147-153. PMID 12964858 Volltext (PDF, 690 kB)
  22. Diplomarbeit "Hyperbare Oxygenierung bei Osteomyelitis und aseptischer Knochennekrose im Kindes- und Jugendalter", eingereicht von Siegfried Lassnig zur Erlangung des akademischen Grades Doktor der gesamten Heilkunde (Dr. med. univ.) an der Medizinischen Universität Graz, 14.9.2009, PDF-Datei, 1.25 MB, 60 Seiten
  23. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Vitamin-D-Bedarf bei fehlender endogener Synthese, Januar 2012; Abgerufen am 19. Juli 2012
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  25. Engelsen O, Brustad M, Aksnes L: Daily duration of vitamin D synthesis in human skin with relation to latitude, total ozone, altitude, ground cover, aerosols and cloud thickness in Photochem. Photobiol., 2005, vol.81, issue 6, p.1287–1290, PMID:16354110, DOI:10.1562/2004-11-19-RN-375, PDF-Datei
  26. 26,0 26,1 NetDoctor.at UV-Strahlung Überblick
  27. CalciProtect für die Knochengesundheit: Inhaltsstoffe Kalzium, Vitamin D3 (Cholecalciferol) und Vitamin K1, PDF-Datei 4 Seiten 121kB
  28. Tagesbedarf an Omega-3-Fettsäuren und Omega-3-Index
  29. Harris WS.: International recommendations for consumption of long-chain omega-3 fatty acids. J Cardiovasc Med (Hagerstown), 2007 Suppl 1:S50-2
  30. Rogaska Donat Mineralwasser mit 1060 mg/l Magnesium und 145 mg/l SiO2 (Kieselsäure)
  31. Silicium für die Gesundheit: Silizium-Gehalt verschiedener Mineralwassersorten und von Schachtelhalmen
  32. Kieselerde: Wirkung nicht belegt
  33. Mineralwässer sortiert nach Kieselsäure SiO2 (Silizium)
  34. 34,0 34,1 34,2 Musterbefund für ein Fettsäureprofil von GanzImmun Diagnostics AG in Mainz, PDF-Datei, 9 Seiten, 2.72 MB, Link aktuell am 30.3.2014
  35. Stevia Stevioside and related compounds: Therapeutic benefits beyond sweetness, Varanuj Chatsudthipong, Chatchai Muanprasat: Department of Physiology, Faculty of Science, Mahidol University, Thailand; Pharmacology & Therapeutics 121 (2009) Seite 47; PDF-Datei mit 692 kB und 14 Seiten gestützt auf Melis, M. S., & Sainati, A. R. (1991): Participation of prostaglandins in the effect of stevioside on rat renal function and arterial pressure. Braz J Med Biol Res 24(12),1269−1276.
  36. Analysenkatalog Labor Dr. Philadelphy: Normbereiche der Vollblutanalyse. Abgerufen am 10. September 2013 (PDF-Datei, 1.8 MB, 154 Seiten, Innsbruck).
  37.  Mannello F, Tonti GA, Darbre PD: Concentration of aluminium in breast cyst fluids collected from women affected by gross cystic breast disease. In: Journal of Applied Toxicology. 29, 2009, S. 1-6, DOI:10.1002/jat.1384, PMID 18785682.

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